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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 23:27 Uhr

Energieeffizienz-Zentrum : Mit Muskelkraft das Handy laden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Studenten der Fachhochschule Kiel haben für das Energieeffizienz-Zentrum ein Fahrrad entwickelt, mit dem Strom erzeugt werden kann.

Neumünster | Niels Thore Kaul (14) kam gestern Nachmittag im Schleswig-Holstein Energieeffizienz-Zentrum (SHeff-Z) gewaltig ins Schwitzen. Der Siebtklässler der Gemeinschaftsschule Faldera gehörte zu den Ersten, die die neueste Attraktion an der Justus-von-Liebig-Straße testen durften. Ab sofort kommt dort das sogenannte Megawatt-Rad zum Einsatz, das von sechs Studenten der Fachhochschule Kiel in einer Projektarbeit entwickelt wurde. Gefördert wurde die Aktion von der gemeinnützigen Gesellschaft für Energie und Klimaschutz in Kiel.

Die Aufgabe für die Studenten lautete, ein Fahrrad zu entwickeln, bei dem Bewegungsenergie in Strom umgewandelt wird. Diesen Strom galt es zu speichern und auch eine Möglichkeit zu finden, ihn wieder an kleinere Elektrogeräte abzugeben. „Die Energiespeicherung und die -entnahme waren die Knackpunkte bei der Umsetzung“, erklärte Prof. Dr. Harald Jacobsen von der Fachhochschule Kiel, der das Projekt betreute.

Auch bei der Wahl eines geeigneten Generators stießen die Studenten auf Schwierigkeiten. „Grundsätzlich kann man sagen, dass alles, was man sich ausdenkt, am Anfang nicht funktioniert. Es ist ein Lernprozess, dass man immer wieder auf neue Probleme stößt, die man lösen muss“, sagte Felix Naumann (28), der an der FH Kiel Elektrische Technologien studiert. Aus diesem Grund verzögerte sich das Projekt, das im Sommersemester 2015 begann und eigentlich bereits sechs Monate später an das SHeff-Z übergeben werden sollte.

Letztlich entschieden sich die Studenten bei der Wahl eines geeigneten Generators dann für die Lichtmaschine eines Autos – und die führte zum Erfolg. „Durch das Treten in die Pedale treibt man die Lichtmaschine an. Es wird Strom erzeugt, der in eine Batterie eingespeist wird. Die bildet einen Zwischenspeicher und gibt den Strom an andere Geräte ab“, erklärte Student Christian Hartwig (27).

Die Besucher können mit dem erzeugten Strom beispielsweise Handys aufladen oder einen Ventilator betreiben. Wie viel Muskelkraft dafür notwendig ist, dürfen die Gäste des SHeff-Z und auch Schulklassen ab sofort vor Ort testen. Auch Prof. Dr. Hans-Jürgen Block, Vorsitzender des SHeff-Z-Vereins, war begeistert: „Mit dem Megawatt-Rad wird Energieerzeugung und Energiespeicherung ganz praktisch erfahrbar. Wir freuen uns daher sehr über den neuen Ausstellungs-Höhepunkt.“

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erstellt am 20.Apr.2016 | 14:00 Uhr

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