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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Blitzermarathon : Mit 101 über die Boostedter Straße

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Beim Blitzermarathon fuhren gestern an drei Standorten in der Stadt über 60 Autofahrer zu schnell. Ein Raser hatte es besonders eilig.

Neumünster | 280 Euro Bußgeld, zwei Punkte in Flensburg und zwei Monate Fahrverbot: Das droht einem Autofahrer, der gestern Nachmittag auf der Boostedter Straße mit 101 Stundenkilometern geblitzt wurde. Er ist trauriger Rekordhalter des Tages. An drei Standorten beteiligte sich die Stadt am Blitzermarathon, der in neun der 16 Bundesländer stattfand.

Am Vormittag positionierten sich Kerstin Stölting und Christina Späthmann von der Verkehrsüberwachung des Ordnungsamtes mit ihrem Fahrzeug zunächst an der Schützenstraße auf der Schwalebrücke. „Hier sind eine Schule und ein Altenheim in der Nähe und es ist nur Tempo 30 erlaubt“, erklärte Kerstin Stölting. Zwischen 7 und 11 Uhr fuhren 381 Autos am Blitzer vorbei, 30 waren zu schnell. Der Schnellste fuhr 51 Stundenkilometer. Auf der Max-Johannsen-Brücke (Tempo 50 erlaubt und Unfallschwerpunkt) erfassten die Verkehrsüberwacher dann bis 15 Uhr 1016 Fahrzeuge, 23 Mal löste die Kamera aus. Der Spitzenwert dort: 83 Stundenkilometer. Am Abend ging es an die Boostedter Straße. Hier lagen bis Redaktionsschluss noch keine abschließenden Ergebnisse vor. Stadtsprecher Stephan Beitz erklärte am Abend: „Ausgesprochen viele Fahrer hielten sich an die Geschwindigkeitsbegrenzungen.“

Gemessen wurde mit einer sogenannten Lidar-Kamera (Abkürzung für das Englische: Light detection and ranging). Das ist eine dem Radar sehr verwandte Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Statt Radiowellen, wie beim Radar, werden aber Laserstrahlen verwendet. Und die reichen eine ganze Strecke zurück. „Die Kamera erfasst die Durchschnittsgeschwindigkeit der Fahrzeuge auf 75 Metern. Das heißt: Selbst wenn ein Fahrer vor der Kamera stehenbleiben würde, aber zuvor deutlich zu schnell war, wird er geblitzt“, erklärte Kerstin Stölting. Ausgelöst wird die Technik jeweils bei neun Stundenkilometern zu schnell im Messbereich. Wer also durchschnittlich 39 in der 30er-Zoner, 59 im Stadtverkehr oder 79 in der 70er-Zone fährt, bekommt Post. Bis zu einer Überschreitung von 20 Stundenkilometern kostet das zwischen 15 und 35 Euro. Ab dem 21. Stundenkilometer über der erlaubten Geschwindigkeit kommen dann Punkte in Flensburg, ab 31 Stundenkilometern auch Fahrverbote hinzu.

Kontrolliert wird im Stadtgebiet täglich, auch am Wochenende – vor allem vor Schulen, Kitas und an Unfallschwerpunkten. Die Polizei schließt sich laut Sprecher Sönke Hinrichs nur selten an. „Wir sind meist bei größeren Kontrollen dabei, wenn Fahrzeuge auch herausgewunken werden.“ Sogenannte Blitzer-Reihen, bei denen mehrere Blitzer in gewissem Abstand hintereinander stehen, wird es seinen Angaben zufolge in Neumünster nicht geben: „Das bindet zuviel Personal.“ Und gegen ein Vorurteil wehren sich sowohl Verkehrsüberwacher als auch Polizei: Aus reiner Abzocke werde nie geblitzt. Auch nicht am Ortsausgang: „Wir halten immer mindestens 75 Abstand zum Ortsschild“, so Kerstin Stölting.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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