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Holsteinischer Courier

19. September 2014 | 09:47 Uhr

Missbrauch: Es gab keine Hinweise

vom

Festgenommener Pädagoge war zehn Monate lang bei der "Linie 412" beschäftigt / Besorgte Eltern können Notfall-Nummer wählen

Neumünster | "Wo immer es möglich und nötig ist, werden wir zur Aufklärung beitragen." - Das kündigte gestern Thomas Wittje an, der Leiter der Abteilung Kinder-, Jugend- und Schulsozialarbeit im Rathaus. Am Wochenende war bekannt geworden, dass ein früherer päda gogischer Mitarbeiter der "Linie 412" in Untersuchungshaft genommen worden ist. Er soll in seiner Wohnung in Einfeld vor ein paar Tagen einen betrunkenen 16-jährigen Jugendlichen missbraucht haben (der Courier berichtete).

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Wittje hatte gemeinsam mit Stadtrat Günter Humpe-Waßmuth eine Notfallnummer unter Tel. 267 92 - 10 eingerichtet. Dort können sich besorgte Eltern melden, deren Kinder vor etwa einem Jahr in Projekten der "Linie 412" betreut wurden. Anrufe sind gestern, am ersten Tag, allerdings nicht eingegangen. Für insgesamt zehn Monate war der 36-jährige Erlebnispädagoge in Diensten der Stadt, sein Vertrag als Personalvertretung war von vornherein befristet.

Wittje macht aber gleichzeitig deutlich, dass es gegenwärtig keine Hinweise auf ein Fehlverhalten des 36-jährigen Pä da gogen während dieser Zeit gibt. Bei Einstellungen wird von der Stadt neben den üblichen beruflichen Qualifikationen beispielsweise ein einwandfreies Führungszeugnis verlangt. Das hatte der Mann auch vorgelegt. Außerdem halten sämtliche Mitarbeiter insbesondere bei der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen stets "Augen und Ohren offen". Der Abteilungsleiter fügte hinzu: "Das machen wir immer so - nicht erst seit jetzt."

Das Betreuungsprojekt "Linie 412" war vor einem Jahr eingestellt worden. Die drei festen Mitarbeiter haben im Bereich Jugendarbeit und Schule neue Aufgaben erhalten, wie Wittje sagt. In seiner Abteilung sei man betroffen angesichts der Vorwürfe gegen den Ex-Kollegen, der an der Elly-Heuss-Knapp-Schule ausgebildet worden war und zwischenzeitlich auf dem Traditionssegler "Pippilotta" in Kappeln pädagogische Arbeit geleistet hatte. Wittje kündigte an, dass man gemeinsam mit der Polizei jederzeit für Fragen und Hilfestellungen zur Verfügung stehe.

Die Staatsanwaltschaft hatte nach der Festnahme des beschuldigten Pädagogen wegen Wiederholungsgefahr die Untersuchungshaft beantragt, und das Amtsgericht folgte dem. Üblicherweise wird nach drei Monaten eine erste Prüfung auf Fortsetzung der Untersuchungshaft vorgenommen; spätestens nach sechs Monaten gibt es eine offizielle gerichtliche Prüfung, wenn in diesem Zeitraum noch keine Anklageschrift vorliegt. Birgit Heß, die Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Kiel, setzt allerdings darauf, dass die Ermittlungen aufgrund des "Beschleunigungsgebotes" deutlich eher als in einem halben Jahr zu einem Ergebnis kommen. Am Ende steht dann ein Verfahren vor Gericht oder auch die Freilassung des Beschuldigten - bis zu einem richterlichen Urteilsspruch gilt die strikte Unschuldsvermutung.

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von
erstellt am 18.Dez.2012 | 10:33 Uhr

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