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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 14:50 Uhr

Feierliche Übergabe : Minister weiht den Polizei-Neubau ein

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In Neumünster gibt es wieder Gewahrsamszellen und eine moderne Wache für das 1. Revier. Die Kripo soll auch bald weitere Räume bekommen.

Neumünster | Für die Beamten des 1. Polizeireviers hat die Raumnot ein Ende. Nach einem ausführlichen Rundgang wurde der neue Anbau an der Altonaer Straße gestern von Innenminister Stefan Studt offiziell übergeben. Damit hat das Revier wieder eine richtige Wache. Und es gibt in Neumünster nach fünf Jahren auch wieder eigene Gewahrsamszellen.

Rund 20 Monate dauerte die Bauphase, bis das rund 220 Quadratmeter große Gebäude fertig war. Es kostete das Land rund 1  567  000 Euro. Neben sechs Gewahrsamszellen sind dort drei neue Schreibräume, ein Bereich für ärztliche Untersuchungen, eine abgetrennte Wartezone und der neue Wachbereich untergebracht.

Besonders wichtig war den Verantwortlichen bei dem Bau, dass er den Anforderungen der polizeilichen Aufgaben gerecht wird. So gibt es im Eingang zur Wache eine Sicherheitsschleuse und eine zweite am Hintereingang zum Gewahrsam. Auf moderne Technik wurde ebenso Wert gelegt wie auf bauliche Besonderheiten und Belange des Datenschutzes. Es gibt in der Wache jetzt einen offenen Tresen, über den einerseits mit Besuchern gesprochen werden kann. Die stabile Konstruktion schützt die Beamten andererseits vor plötzlichen Übergriffen, da die Gäste nicht gleich mitten im Raum stehen. Durch große Fenster ist der gesamte Eingangsbereich gut einzusehen. Für Personen, die besonders überwacht werden müssen, gibt es jetzt den sogenannten sicheren Raum. Von der Wache können die Beamten jederzeit in diese besondere Zelle sehen und gegebenenfalls schnell Hilfe leisten. Über einen Flur ist der Altbautrakt mit weiteren Büros und einem Sozialraum zu erreichen. Lediglich ein weiterer Besprechungsraum, den sich die Beamten gewünscht hatten, wurde bei dem Neubau nicht genehmigt.

„Auf diesen Tag haben wir alle gemeinsam gewartet. Mit dem neuen Anbau wird das 1. Polizeirevier moderner, leistungsstärker und vor allem auch bürgerfreundlicher. Auf der neuen Wache können Anzeigen und Hilfeersuchen nun in hellen, freundlichen Räumen vorgetragen werden. Das ist ein Quantensprung“, sagte Studt.

Dieter Jung, Leiter des 1. Reviers, und Bernd Lohse, Leiter der Polizeidirektion, bedankten sich nicht nur bei allen Verantwortlichen für den neuen Bau, sondern auch bei all ihren Kollegen, die die jahrelange Durststrecke im Provisorium sowie den Baulärm tapfer ertragen hatten. Seitdem die Beamten des 1. Reviers und der Kriminalpolizei im Frühjahr 2011 Hals über Kopf vor Baumängeln, Schimmel und Kolibakterien vom ehemaligen Standort an der Parkstraße in das Areal zwischen Altonaer und Alemannenstraße geflohen waren, hatten sie mit Raumnot zu kämpfen (der Courier berichtete). So zog die Wache jetzt zum Beispiel direkt aus einem Container in die neuen Räume. Weil die Zellen fehlten, mussten immer wieder Beamte mit Festgenommenen nach Rendsburg fahren – und fehlten damit erst mal in der Schicht.

Mit dem Neubau ist die Raumnot der Polizei jedoch noch nicht komplett behoben: Nach wie vor wartet die Kripo an der Alemannenstraße auf Abhilfe – aber die scheint nach diversen Diskussionen mittlerweile in greifbarer Nähe. So wird die ebenfalls dort beherbergte Ordnungswidrigkeitsstelle (Owi) demnächst an die Oderstraße in angemietete Räume ziehen, was die Situation laut Ulrich Bahr, Regionalgruppenvorsitzender der Gewerkschaft der Polizei, schätzungsweise ab dem kommenden Frühjahr entspannen wird. Zusätzlich soll es einen Anbau geben. „Mir ist klar, dass der Raumbedarf der Polizeidirektion Neumünster durch den Neubau noch nicht gedeckt ist. Wir bleiben am Ball“, versprach Minister Studt.

Als weiterer Schritt ist eine Veränderung der Organisation der hiesigen Polizei beantragt. Die sieht laut Lohse unter anderem eine Polizeistation in der Innenstadt sowie die personelle Verstärkung der Stationen in den Stadtteilen vor. Auch für dieses Anliegen zeigte der Minister gestern Verständnis. Eine Entscheidung steht noch aus.

Kommentar: Eine Durststrecke ist zu Ende

Mit dem Neubau ist für die Beamten des 1. Reviers eine üble Durststrecke zu Ende gegangen.  Fünf Jahre lang mussten sie  unter widrigen Umständen einen Dienst verrichten, der stets 100 Prozent von ihnen verlangt.  Dieses  Durchhaltevermögen verdient wirklich Lob.  Dass es für die Kollegen der Kripo, die nach wie vor  mit der Raumnot kämpfen,  mittlerweile auch Hoffnung  auf baldige Entspannung der Situation gibt, hat die Freude  über den Neubau gestern quasi abgerundet. Wenn die neuen Ideen für die Kripo jetzt tatsächlich zügig umgesetzt werden,  wurde wirklich ein Berg versetzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

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erstellt am 11.Okt.2016 | 08:00 Uhr

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