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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 22:22 Uhr

CDU : Melanie Bernstein siegt überraschend und klar

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Kreisgeschäftsführerin setzt sich durch und kandidiert für den Bundestag. 467 CDU-Mitglieder kamen nach Schwentinental

Neumünster | Melanie Bernstein (40) aus Wahlstedt sorgte auf der CDU-Wahlkreisversammlung am Freitagabend in Schwentinental für eine faustdicke Überraschung: Die Geschäftsführerin der CDU in Neumünster siegte in der Stichwahl deutlich über den Vorsitzenden der CDU im Kreis Plön, Werner Kalinka. Sie wird im September 2017 als CDU-Bewerberin im Wahlkreis 6 Plön-Neumünster für den Bundestag kandidieren.

Mit 229 Stimmen verfehlte Melanie Bernstein schon im ersten Wahlgang nur knapp die erforderliche absolute Mehrheit. Werner Kalinka kam auf 191 Stimmen. Im zweiten Wahlgang baute Bernstein ihre Führung auf 266 Stimmen aus und hängte Kalinka mit 196 Stimmen überraschend deutlich ab. Die weiteren Bewerber aus Neumünster, Babett Schwede-Oldehus (23 Stimmen) und Dirk-Justus Hentschel (15 Stimmen) blieben schon im ersten Wahlgang weit abgeschlagen auf der Strecke.

467 CDU-Mitglieder aus dem Kreis Plön, aus Neumünster sowie Rickling und Boostedt im Kreis Segeberg waren in die Uttoxeterhalle gekommen, um einen Nachfolger für den nicht wieder kandidierenden Bundestagsabgeordneten Dr. Philipp Murmann zu wählen. Vor der Halle standen sogar zwei große Busse. Aus Boostedt und Rickling waren 28 Mitglieder, aus Neumünster 75 und aus Plön rund 360 Mitglieder angereist.

„Ich weiß, wie die CDU funktioniert, tickt und zusammenhält“, sagte Melanie Bernstein, Mutter zweier Kinder, in ihrer Vorstellung vor den Mitgliedern. Sie ist mit dem Landtagsabgeordneten Dr. Axel Bernstein verheiratet. Die Landesgeschäftsführung der Jungen Union, die Geschäftsführung der CDU in Neumünster, aber auch die Arbeit in Wahlkreisbüros von gleich vier Bundestagabgeordneten zählten zu ihren bisherigen Tätigkeiten. Hier hat sie offenbar Netzwerke geknüpft, die ihr an diesem Abend helfen sollten.

Wahlkreisarbeit hat für Melanie Bernstein große Bedeutung, denn: „Ich will die Region nach vorn bringen.“ Wahlkreisarbeit sei mehr als nur ab und an mal einen Infobrief zu versenden, sagte sie. Bernstein wolle sich leidenschaftlich um ihren Wahlkreis kümmern. Sie stehe für mehr Geld für Sicherheit, die Wiedereinführung der Wehrpflicht und ein Leben ohne Angst. Flüchtlinge sollten nur bleiben, wenn sie sich in die Gemeinschaft integrierten.

Werner Kalinka (64) sagte: „Man ist so jung, wie man sich fühlt.“ Er wolle mit seiner politischen Erfahrung ein guter Anwalt für die Interessen der Region und der Anliegen der Menschen sein. Als Murmann auf eine erneute Kandidatur für den Bundestag verzichtete, stand Kalinka schon als Kandidat für die Landtagswahl im Mai 2017 fest. Der Verzicht von Murmann sei für Kalinka aber eine „neue Lage“ gewesen, sagte er; darum bewerbe er sich. Seine Erfahrung und seine Kompetenz würden für eine Kandidatur und ein Mandat kein Nachteil sein. Doch es reichte nicht. Kalinka kündigte schon vor dem Ergebnis an, sich im Falle einer Niederlage wieder auf seine Kandidatur für den Landtag zu konzentrieren.

Der Einfelder Mediziner Dirk-Justus Hentschel wollte sich bei einer Wahl um die Lebensumstände in seinem Wahlkreis kümmern. Die Verwaltung bezeichnete er als „Kontrolle der Demokratie“. Und während bei der Erziehung und der Pflege gespart werde, würde immer mehr Geld zur Aufstockung der Verwaltungen ausgegeben.

Die ehemalige Fraktionsvorsitzende in der Ratsversammlung, Babett Schwede-Oldehus, wollte das kommunalpolitische Element auf der bundespolitischen Bühne repräsentieren. Wichtig seien für kommunale Haushalte die Fortführung einer am Wachstum orientierten Wirtschaftspolitik und ein konsequenter Breitbandausbau. „Ich stehe für eine Politik, die Familien in den Mittelpunkt stellt“, sagte sie. Sie wolle Integration fordern und fördern. „Für die Arbeit habe ich den Rücken frei: Die Kinder sind aus dem Haus, die Katze ist tot und mein Mann ist beschäftigt.“ Genutzt hat es alles nichts.

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erstellt am 17.Okt.2016 | 07:45 Uhr

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