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Holsteinischer Courier

24. März 2017 | 19:07 Uhr

Tourismus in Neumünster : Mehr Hotelgäste, aber weniger Übernachtungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Großbauten sorgten 2015 für Sondereffekte, die nun fehlen

Neumünster | Nachdem das Hotelgewerbe über Jahre nur Zuwächse – teils sogar im zweistelligen Bereich – kannte, ist die Zahl der Übernachtungen in den größeren Hotels und Pensionen der Stadt 2016 erstmals leicht zurückgegangen. Laut Statistikamt Nord gab es knapp 158  000 Übernachtungen. Das sind 2 Prozent weniger als im von Sondereffekten geprägten Rekordjahr 2015 mit mehr als 161  000 Übernachtungen.

Die Zahl der Ankünfte, also der Gäste, ist mit fast 83  000 sogar leicht um 0,6 Prozent gestiegen. Arne Lewandowski, der bei der Stadtplanung für die Tourismusstrategie zuständig ist, mag daher auch nicht von einem Einbruch sprechen. Ähnlich äußern sich die Beherbergungsbetriebe. „Die Übernachtungsgäste durch den Bau der Holsten-Galerie und die DOC-Erweiterung fehlen. Jetzt haben wir wieder ein normales Niveau“, sagt Marlies Möller vom Parkhotel. Top-Zeiten bescheren dem Haus an der Parkstraße die großen Messen und die Ferienzeit in Skandinavien. „Wenn Aktivitäten im Outlet-Center laufen, merken wir das an den vielen Spontanbuchern aus Skandinavien“, sagt sie.

„Wir schließen uns dem Trend an. Die Übernachtungen im Hotel-Bereich sind leicht rückläufig“, sagt Guido Lisges, der Chef im Kiek In. Dort habe es 2015 mit etwa 2000 Übernachtungen von Flüchtlingen einen Sondereffekt gegeben. Im Internat und in der Jugendherberge laufe es konstant. Lisges: „Wir sind unter dem Strich mit 2016 zufrieden.“ Das ist auch Burghard Wesselmann vom Hotel Prisma „Wir hatten minimal mehr Gäste“, sagt er. Auch im Prisma bescherten die Flüchtlinge 2015 indirekt eine Sonderkonjunktur – viele Bedienstete der Koordinierungsstelle des Bundesamts für Migration und Flüchtlinge logierten im Prisma.

„Wir sind meistens ausgebucht, haben 90 Prozent Stammgäste“, sagt Thomas Hildebrandt (Das grüne Stadthotel). Die großen Häuser merkten Rückgänge schon eher. „Aber die Zahlen sind nicht dramatisch. Wir Kleinen können nicht klagen“, so Hildebrandt.

Das will auch Burghard Wesselmann nicht, obwohl inzwischen der Kieler Markt weggebrochen ist. Zur Kieler Woche oder bei großen Uni-Kongressen profitierte Neumünster früher als Ausweichquartier. Das ist vorbei, seit Kiel massiv Kapazitäten ausbaut.

„Wir müssen uns selbst befruchten und unsere Stärken ausspielen“, sagt Wesselmann und nennt nicht nur das Designer-Outlet-Center. Die Orientierung nach Hamburg werde mit dem Ausbau der Autobahn 7 besser. Wesselmann: „Davon kann das Hotelgewerbe in Neumünster in Verbindung mit dem Messe- und Veranstaltungszentrum Holstenhalle nur profitieren.“

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erstellt am 03.Mär.2017 | 10:52 Uhr

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