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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 03:19 Uhr

Jugendhilfeausschuss : Mehr Geld für Notruf und Kinderbetreuer

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Jugendhilfeausschuss stärkt Arbeit gegen häusliche Gewalt. Jugendverband und Blau-Weiß Wittorf bleiben Stützen der offenen Jugendarbeit.

Neumünster | Aufatmen beim Notruf Neumünster: Der Verein, der Frauen und Kinder – mitunter auch Männer – seit mehr als 30 Jahren vor Gewalt und Misshandlung in der eigenen Familie schützt, soll für seine Arbeit künftig 8500 Euro mehr erhalten. Die Förderung durch die Stadt steigt ab 2016 auf 54  800 Euro und soll künftig pro Jahr um zwei Prozent steigen. Dafür gab der Jugendhilfeausschuss am Dienstagabend grünes Licht, die Ratsversammlung muss die Entscheidung noch bestätigen.

Noch in der laufenden Sitzung hatte Mo-Corazon Seehawer, treibende Kraft des Vereins, auf Nachfrage die Notwendigkeit für den Nachschlag begründet: Der feste Fördersatz durch das Land sei seit zwölf Jahren und die Förderung der Stadt seit neun Jahren unverändert. Sach- und Verwaltungskosten seien in dieser Zeit aber deutlich gestiegen: „Wir können das nur über den Personaleinsatz ausgleichen, sprich weniger Beratung anbieten“, sagte sie. Das, obwohl der Bedarf für die Beratungsstelle gegen häusliche und sexualisierte Gewalt deutlich gestiegen sei. Eine Zahl dazu: 2015 wurde der Notruf allein auf Initiative durch die Polizei etwa nach Einsätzen bei handfesten Familienstreitigkeiten 113 mal eingeschaltet. Zum Vergleich: In Flensburg gab es im selben Zeitraum 43, in Lübeck   53 vergleichbare Fälle. Ob in Neumünsteraner Familien tatsächlich mehr geprügelt wird oder nur mehr auf die Unterstützung des Notrufs vertraut wird, blieb im Ausschuss offen.

Ohne weitere Diskussion stimmte der Ausschuss der Verlängerung der Kooperationsverträge mit Jugendverband und dem Sportverein Blau-Weiß Wittorf zu. Verein und Verband sollen im Auftrag der Stadt auch für den Zeitraum 2017 bis 2021 die Offene Jugendarbeit der Stadt organisieren. Der Jugendverband, der unter anderem auch das Sommerferienprogramm für Daheimgebliebene organisiert, erhält dafür jährlich rund 282 000 Euro. Dem Sportverein, der unter anderem das Jugendfreizeitheim am Wührenbeksweg bespielt, soll künftig ein Etat von 105 000 Euro zur Verfügung stehen. Auch hier hat die Ratsversammlung am 26. April das letzte Wort.

Mehr Geld soll es auch für die professionellen Betreuer in der Kindertagespflege geben. Der Ausschuss folgte dem Vorschlag der Verwaltung, die Vergütungen je nach Qualifikation um 25 bis 87 Cent pro Stunde und Kind anzuheben. Dafür sollen sich die Tagesmütter und -väter, die im Dienste der Stadt Betreuungsplätze anbieten, im Gegenzug verpflichten, keine Zusatzbeiträge von den Eltern zu erheben. Hintergrund: Wo die Betreuer Zuzahlungen einfordern, kann die Stadt die Betreuungsplätze nicht mehr dem Pool an Plätzen zurechnen, die sie den Eltern per Gesetz anbieten muss. Die Stadt müsste gegebenenfalls zusätzliche Plätze bei Tagesmüttern oder in Kitas schaffen, um dem Rechtsanspruch zu genügen. Die Anhebung der Vergütungen kostet die Stadt nach Berechnungen der Verwaltung jährlich rund 326 000 Euro.

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erstellt am 21.Apr.2016 | 09:00 Uhr

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