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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 18:47 Uhr

SWN Verkehr : Mehr Busfahrgäste, weniger Verluste

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Stadtwerke zogen gestern nach gut einem Jahr SWN Verkehr eine positive Bilanz. Busse werden bis 2019 von Erdgas auf Diesel umgestellt

Neumünster | Im Busverkehr unter dem Dach der Stadtwerke läuft es rund. Der Wechsel von den VHH zur neu gegründeten SWN Verkehr verlief für die Kunden völlig geräuschlos. „Bei allen wichtigen Kennzahlen konnten wir zudem zulegen“, zog Stadtwerke-Geschäftsführer Matthias Trunk gestern zufrieden Bilanz.

Zum 1. Januar 2015 hatten die Stadtwerke den Betriebshof an der Rendsburger Straße und die Fahrer von den Verkehrsbetrieben Hamburg-Holstein übernommen. „Das haben wir zunächst nur widerwillig gemacht, weil wir dachten, davon haben wir keine Ahnung“, räumte Trunk offen ein. Inzwischen macht das Busgeschäft den Stadtwerken aber offensichtlich viel Freude. Der Übergang klappte reibungslos. „Die Busse fahren genauso pünktlich, wir haben uns an die Verbesserung der Qualität gemacht“, sagte Trunk. Ein Aspekt dabei war der Aufbau einer vollwertigen Werkstatt. „Zuvor war der Betriebshof nur eine kleine Außenstation der VHH, für große Instandhaltungen mussten die Busse nach Hamburg“, sagte Sonja Kessal, die seit April 2015 den Bereich Verkehr bei den SWN leitet. Mit Sven Beeck wurde ein Werkstattmeister eingestellt. Der Zeitvorteil bei Reparaturen vor Ort ist ein Faktor. „Die Busse sind schneller wieder auf der Straße“, sagte Sonja Kessal.

Apropos Busse: 35 fahren für die SWN, wobei die noch 13 Busse mit Erdgasantrieb bis 2019 auf moderne Dieselfahrzeuge nach Euro-6-Norm umgestellt sein sollen. „Das kommt auch bei den Anliegern gut an, denn die Gas-Busse sind unheimlich laut“, so Kessal. Die SWN Verkehr haben nicht nur Werkstattmeister Beeck, sondern weiteres Personal eingestellt und beschäftigen jetzt etwa 80 Mitarbeiter. Die neuen komfortablen Busse kommen bei den Neumünsteranern an, denn die Fahrgastzahlen steigen. Der Fahrkartenverkauf stieg um 6 Prozent von 1,05 auf 1,11 Millionen Tickets. „Wir stellen uns besser auf die Kunden ein und wollen beim Service besser werden“, sagte Trunk und nannte als Beispiel ein ausgeweitetes Fahrplanangebot zur Köste.

Dennoch bleibt der Stadtbusverkehr ein Verlustgeschäft, doch der fiel mit etwa 3,5 Millionen Euro um etwa 300  000 Euro geringer aus, als das noch von den VHH geplant war. „Der Verlust wird innerhalb des Stadtwerke-Verbunds ausgeglichen“, sagte Trunk und nannte die förmliche Betrauung der Stadtwerke durch die Stadt seit dem Beginn dieses Jahres einen wichtigen Schritt: „Wir stehen nun auch rechtlich auf einem soliden Fundament.“ Führte die Stadt den Busverkehr als Eigenbetrieb, müsste sie etwa 1,5 Millionen Euro Steuern zahlen.

Ziel ist, auch in Neumünster ein dynamisches Fahrgastinformationssystem zu bekommen, das am Zob und Großflecken über die Ankunftszeiten in einem Display informiert („Bus kommt in 2 Minuten“). Die Busse sind dafür schon ausgerüstet. Ausgebremst fühlen sich die Stadtwerke bei einer besseren Abstimmung der Busfahrzeiten auf den Bahnverkehr. Doch solange der regionale Nahverkehrsplan nicht verabschiedet ist, sind keine Taktänderungen im Fahrplan möglich. Der Plan stammt aus dem Jahr 2007, die alle fünf Jahre geforderte Überarbeitung ist also längst überfällig.

Standpunkt

Stadt muss in die Puschen kommen

SWN-Chef Matthias Trunk sagte es offen: Die Übernahme des Busverkehrs von den VHH war den Stadtwerken keine Herzensangelegenheit, sondern von der Kommunalpolitik verordnet. Inzwischen haben sich die Stadtwerke in die neue Aufgabe hineingekniet, und siehe da: Sie machen das ganz gut. Die Fahrgastzahlen steigen, die Investitionen in neue Busse und moderne Technik zahlen sich aus.

Jetzt muss aber auch die Stadt in die Puschen kommen. Der Nahverkehrsplan ist überfällig.  Wenn  die Fahrpläne  des Busverkehrs besser auf die Bahn abgestimmt sind, steigen noch mehr Neumünsteraner vom Auto auf den Bus um.

 

 

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erstellt am 30.Apr.2016 | 08:00 Uhr

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