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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Frühjahrs-Umfrage : Maßhalten auf dem Großflecken

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Unternehmensverband warnt vor allzu kostspieligem Ausbau in der Innenstadt / Unternehmen sind mit Konjunkturentwicklung zufrieden

Neumünster | Die Mitgliedsfirmen im Unternehmensverband Mittelholstein (UVM) sind mit der aktuellen wirtschaftlichen Situation überwiegend zufrieden. Das zeigt die Frühjahrs-Konjunkturumfrage des UVM bei 104 Unternehmen mit fast 11  000 Mitarbeitern. Stark im Wachstum ist nach wie vor der Sektor Gesundheit und Pflege, der inzwischen im Fachkräftemangel die größte Wachstumsbremse sieht.

„Die Unternehmen finden schlichtweg keine geeigneten Mitarbeiter“, sagte der UVM-Vorsitzende Jens van der Walle und definierte so den Begriff „Pflegenotstand“ neu. Als „Fels in der Brandung“ präsentiert sich die Baubranche. Hier beurteilen 86 Prozent der Firmen ihre wirtschaftliche Lage besser als im Vorjahr. In der Metallbranche ist die Stimmung und Lage deutlich verhaltener: 42 Prozent der Unternehmen gaben an, ihre Investitionen zurückfahren zu wollen.

„In Neumünster hat sich vieles zum Besseren gewandt“, sagte van der Walle auch mit Blick auf die städtische Haushaltssituation in einem „guten gesamtkonjunkturellen Umfeld“. Er warnte aber davor, dass der demografische Wandel mittelfristig zu spürbaren Rückgängen des Wirtschaftswachstums führen müsse. Die Zuwanderung durch Flüchtlinge werde am Mangel an geeigneten Arbeitskräften nichts ändern können.

Es dürfe nicht der Fehler gemacht werden, aufgrund des derzeitigen Zwischenhochs in Euphorie zu verfallen, warnte van der Walle: „Auch beider Umgestaltung der Neumünsteraner Innenstadt ist Augenmaß angebracht.“ Die Holsten-Galerie habe zu einer Verlagerung der Innenstadt Richtung Bahnhof beigetragen. Doch das sei nicht der einzige Grund, warum Leerstände am Großflecken und in der Lütjenstraße Kopfzerbrechen bereiteten. „Die Dauerbaustelle am Schleusberg lädt nach einem Besuch der Holsten-Galerie nicht gerade zum Schlendern über den Kleinflecken in Richtung Lütjenstraße und Großflecken ein“, sagte van der Walle.

Der Kleinflecken sei zwar ästhetisch ansprechend gestaltet worden, aber für Märkte nicht mehr optimal zu nutzen. „Diese Fehler sollten bei der Planung der Neugestaltung des Großfleckens nicht wiederholt werden“, sagte van der Walle und kritisierte die Pläne für kostenträchtige Wasserfontänen. Allzu große Neugestaltungspläne seien nicht nur unnötig teuer, sondern „bergen das Risiko jahrelanger Baustellen, die das Geschäft am Großflecken mit Sicherheit nicht begünstigen werden“, so der UVM-Vorsitzende.

Ähnlich argumentierte die Geschäftsführerin des Unternehmensverbands, Dr. Martina Tambert-Thomas. Angesichts der Gefährdungen für einen ausgeglichenen Haushalt sollten „auf der Ausgabenseite klare Prioritäten zu Gunsten eines Pflichtprogramms gesetzt und Pirouetten aus der Kür zurückgestellt werden“, sagte sie und zählte dazu ausdrücklich „Wasserspiele oder raumgreifende Objekte auf dem Großflecken ohne praktischen Nutzwert“. Zum Pflichtprogramm gehöre dagegen die Instandhaltung der Infrastruktur, insbesondere der Straßen. Tambert-Thomas: „Dabei setzt die Instandhaltungspflicht bereits ein, bevor die Straßen einen so desolaten Zustand erreicht haben, dass sie grunderneuert werden müssen – und das auf Kosten der Anlieger.“

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erstellt am 25.Apr.2016 | 11:00 Uhr

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