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02. September 2014 | 01:25 Uhr

Neumünster : Mann bedrohte Frau und Kinder

vom

Psychisch Kranker hielt gestern die Polizei in Atem/Großeinsatz an der Ecke Klosterstraße / Klaus-Groth-Straße

Neumünster | Ein offenbar psychisch kranker Mann (43) hielt gestern Mittag über anderthalb Stunden die Polizei in Atem. Laut Polizei drohte er damit, seine Lebensgefährtin (28) sowie deren Kinder (3 und 7) "mit in die Hölle zu nehmen". Der Frau gelang in letzter Minute, mit den Kindern die Wohnung an der Klosterstraße/Ecke Klaus-Groth-Straße zu verlassen. Alle drei blieben unverletzt.

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Inzwischen hatte eine Nachbarin gegen 11.50 Uhr die Polizei gerufen. Sie befürchtete, der Mann würde Frau und Kinder verprügeln. Als erste Einsatzkräfte vor Ort eintrafen, wurde jedoch schnell klar, dass sich der Mann allein in der Wohnung im Hochparterre eingeschlossen hatte. Er machte einen stark verwirrten Eindruck und drohte mittlerweile damit, Feuer zu legen. Wie ernst die Lage war, wurde den zwölf Einsatzkräften des 1. und des 2. Polizeireviers klar, als der Mann Brandbeschleuniger in der Wohnung verschüttete und sich selbst erhebliche Brandwunden zufügte.

Dennoch gelang es einem Polizisten des 2. Reviers, durch das Küchenfenster Kontakt zu dem 43-Jährigen aufzunehmen. Geduldig und ruhig sprach er mit dem Kranken, ließ sich Fotos und Stofftiere zeigen, beruhigte ihn immer wieder. Irgendwann öffnete der Mann sogar das Fenster, schaute mit rußverschmiertem Gesicht und zum Teil verbrannten Armen hinaus. Der Beamte lenkte ihn so gut es ging von allen Vorbereitungen vor dem Haus ab. Wegen der hohen Brandgefahr für alle Beteiligten waren mittlerweile die Berufsfeuerwehr sowie Not- und Rettungswagen eingetroffen. Die Ecke Klosterstraße, Klaus-Groth-Straße wurde weiträumig abgesperrt.

Gegen 13.13 Uhr gelang es mehreren Polizeibeamten gemeinsam, die Wohnung zu stürmen. Mit Hilfe von Pfefferspray und einem so genannten ballistischen Schild zum eigenen Schutz gegen Stich- oder Schusswaffen überwältigten die Einsatzkräfte den Mann noch am Küchenfenster. Trotz seiner schweren Brandverletzungen wehrte er sich nach Kräften. In seiner Hose hatte er noch ein Cuttermesser und ein Brotmesser dabei. Ein großes Fleischmesser lag griffbereit in der Küche. Der Mann wurde mit schweren Brandverletzungen ins Friedrich-Ebert-Krankenhaus gebracht.

Während des Einsatzes hatte die Freundin die Szenen weinend mit angesehen. "Wie konntest Du den Kindern so was antun!", rief sie, als ihr Lebensgefährte in den Rettungswagen gebracht wurde. Die Kinder waren mittlerweile von Angehörigen abgeholt worden.

Polizisten wurden nicht verletzt. Während der Sperrung der Kreuzung kam es rund um den Einsatzort zu Verkehrsbehinderungen - insbesondere auf dem Ring mussten die Autofahrer Geduld haben.

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von Dörte Moritzen
erstellt am 11.Jun.2012 | 07:35 Uhr

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