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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 20:54 Uhr

Kinder-Reha : Märchenhaftes Abschiedsfest

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Tschernobyl-Kinder führten ein Schwanen-Märchen auf / Viel Lob für die ehrenamtlichen Helfer / Die Kinder reisen am Freitag wieder ab

Neumünster | Sie tanzten, hüpften und gaben ihr Bestes, die ungewohnte deutsche Sprache möglichst deutlich zu artikulieren: Mit sichtlicher Freude am Schauspielern und Verkleiden führten am Sonntagabend die 25 krebskranken Kinder aus der Ukraine auf ihrem Abschiedsfest „Die wilden Schwäne“ von Hans Christian Andersen auf. Die Mischung zwischen Märchen und ukrainischer Folklore begeisterte die rund 50 Freunde und Förderer der Reha-Kur, die in diesem Jahr zum 25. Mal von Eberhardine Seelig organisiert wurde.

Ehrengast und Schirmherrin Anna-Katharina Schättiger war gekommen: „Wenn ich euch so anschaue, hattet ihr hier eine schöne Zeit. Im Namen der Stadt bedanken wir uns bei den Helfern, die die Kinder betreuen.“ Auch Eberhardine Seelig lobte die „tolle Zusammenarbeit der Ehrenamtlichen“, sowohl der deutschen als auch der ukrainischen – Ärztinnen, Krankenschwestern, eine Deutschlehrerin und Anatolie „Tolja“ Bondarenko (23), der im fünften Jahr als Jungs-Betreuer dabei ist und selbst einst ein kleiner Patient war.

Das Märchen von der Prinzessin Elisa, das ihre in Schwäne verzauberten Brüder erlöst, wurde in einer speziellen Fassung aufgeführt: „Eigentlich sind es elf Schwäne, aber wir hatten nur sieben Jungs“, sagte Deutschlehrerin Ludmilla Juraschko, die die Idee mit Ärztin Alona Nezhentseva hatte. Allerliebst schwangen die Jungen ihre „Flügel“ – weiße Stoffschulterstücke – und Elisa (Anna Krat, 7) mimte die zum Schweigen verdammte Schwester, die vom Erzbischof als Hexe zum Feuertod verurteilt wird. Ihre Nesselgewänder erlösen die Schwanenbrüder von dem Zauber.

Dazwischen gab es jede Menge Musik und Tanz: Olga (10) erhielt tobenden Beifall für das Eurovisions-Siegerlied 2016 der ukrainischen Sängerin Jamala. Kristine (11) spielte ein ukrainisches Geigenstück, Tolja sang ein Loblied auf die Eltern. Zur allgemeinen Erheiterung wurden die Zuschauer zu Akteuren auf der Bühne – beim Reaktionsspiel zum Whitney-Houston-Song oder beim Bauernhof-Lied, bei dem Kuh, Schaf, Hahn und Trecker lustig-lautmalerisch mit „Kikeriki“, Muhen, Blöken und „brumm-brumm“ imitiert wurden. Einzelapplaus gab es für die Jungen, die zeigten, was sie bei Judolehrer Bernd Frenz gelernt hatten – und auch ihren Lehrer gekonnt zu Fall brachten.

Jetzt werden die Koffer gepackt: Freitag reisen die Kinder wieder ab.

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erstellt am 23.Aug.2016 | 12:00 Uhr

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