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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 21:33 Uhr

Regionalmanagement : Lotsen im dichten Förderdschungel

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach zwei Jahren ziehen die Regionalmanagerinnen Verena Kurz und Ulrike Kütemeier eine positive Zwischenbilanz.

Neumünster | Konkrete handfeste Ergebnisse? Ulrike Kütemeier (43) und Verena Kurz (34) schauen sich kurz an. „So einfach ist das nicht“, sagt Verena Kurz. Seit zwei Jahren bilden die beiden Geografinnen aus Kiel das Team des Regionalmanagements. Zwei Ziele haben sie dabei im Blick: die wirtschaftliche Stärkung der Stadt als Oberzentrum und die Scharnierfunktion Neumünsters zwischen Kiel und Hamburg. „Unsere Erfolge sind eher struktureller Art. Wir haben Netzwerke geknüpft und ausgebaut und sind mittlerweile bekannte und vor allem anerkannte Vermittlungs- und Schnittstelle für Unternehmen, Kommunen, Interessenverbände, Verwaltung, Politik und Wirtschaftsagentur“, zieht Ulrike Kütemeier eine positive Zwischenbilanz. Noch ein Jahr laufen die Verträge der beiden Regionalmanagerinnen.

Stadthaus, Erdgeschoss: Hier sitzt das Duo, das dem Fachbereich Stadtplanung und Stadtentwicklung zugeordnet ist, auf 1,5 Stellen. Bezahlt werden die beiden Frauen zu 70 Prozent aus Bundes- und Landesmitteln, 30 Prozent schießt die Stadt zu. Ihr Auftrag in Kurzform: Die Wirtschaft in Neumünster ankurbeln. Dahinter verbirgt sich ein für Außenstehende schier undurchschaubares Geflecht aus Arbeitskreisen, Programmen, Konzepten und weit über 100 Fördertöpfen von Land, Bund und Europäischer Union. Schon der Status der Stadt ist nicht ganz einfach: „Neumünster gehört in der Landesplanung dem Planungsraum 2 mit Kiel, den Kreisen Rendsburg-Eckernförde und Plön an, ist aber nicht Mitglied der Kiel-Region, einem als GmbH zusammengeschlossenen freiwilligen Verbund. Umgekehrt gehört die Stadt aber zum Zusammenschluss Metropolregion Hamburg, aber eben nicht zum zugehörigen Planungsraum 1 des Landes“, erläutert Ulrike Kütemeier. Der Vorteil dieses Konstruktes: Die Stadt kann sich aus beiden Regionen die besten Programme und Projekte raussuchen. „Wir profitieren also doppelt“, sagt Verena Kurz.

Aktuell laufende oder gerade abgeschlossene Projekte sind etwa das neue Gewerbeflächen-Entwicklungskonzept, das potenziellen Investoren konkrete Angaben zu den Industrie- und Gewerbeflächen in der Stadt gibt. Oder „Hans-E“, ein Projekt der Metropolregion Hamburg zum Ausbau der Elektromobilität, an dem sich Neumünster beteiligen kann. Oder das neue Förderprogramm „Interreg 5a“, das nun auch kleinen und mittleren Unternehmen die Möglichkeit gibt, Fördermittel zu erhalten. Oder das Flächenmanagement, das aufzeigt, wo in der Stadt noch Flächen für Gewerbeansiedlungen sind. Und die Stadtverwaltung fragt regelmäßig bei neuen Projekten nach, ob es Zuschüsse geben könnte – sei es im Bereich Tourismus, Kultur oder der Wirtschaftsförderung. „Wir sind so etwas wie Lotsen im Förderdschungel“, sagt Ulrike Kütemeier. Zudem organisieren die Regionalmanagerinnen diverse Informationsveranstaltungen.

Die beiden Frauen hoffen, dass die Ratsversammlung ihre Stellen im kommenden Jahr um weitere drei Jahre verlängert. „Wir sind jetzt gut im Geschäft“, sagen die beiden.

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erstellt am 05.Okt.2016 | 08:45 Uhr

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