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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 11:00 Uhr

Tag der Logistik : Logistikfirmen öffneten ihre Tore

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Aktionstag im Lebensmittelinstitut KIN, bei Voigt und im DHL-Paketzentrum versuchte die Bedeutung der Branche ins rechte Licht zu rücken

Neumünster | 54 Milliarden – das ist die jährliche Kilometer-Leistung aller Lkw in Deutschland. 70 Prozent der Güter werden auf der Straße transportiert; jeder Bürger ist mit einem Anteil von 54 Tonnen dabei. Mit diesen Zahlen machte Stadtrat Oliver Dörflinger gestern zum Auftakt des bundesweiten „Tag der Logistik“ die Bedeutung dieses Wirtschaftszweigs deutlich. 60 Teilnehmer nutzten die Chance, sich im Lebensmittelinstitut KIN an der Wasbeker Straße und anschließend bei Voigt Logistik und im DHL-Paketzentrum einen Einblick in die komplexen Abläufe zu verschaffen.

„Die Logistik hat Neumünster geprägt“, sagte Dörflinger und zog den großen historischen Bogen vom Ochsenweg über den Bahnknotenpunkt bis hin zum Ausbau der Autobahn 7. Neumünster stelle sich mit dem neuen Gewerbegebiet Eichhofpark und auch im Industriegebiet Süd auf die weiter wachsende Rolle der Logistik ein.

In der Tat ist diese Branche ein bedeutender Wirtschaftsfaktor für Neumünster. Holger Matzen, Logistikleiter bei Voigt Logistik und zugleich Vorsitzender der Logistikinitiative Schleswig-Holstein, schätzt, dass „mindestens 3000 Arbeitsplätze in Neumünster direkt im Logistiksektor angesiedelt sind“. Zähle man Subunternehmen hinzu, kämen weitere 1500 Jobs dazu, sagte Matzen.

Das ist deutlich mehr als im Bundesdurchschnitt und zeigt Neumünsters Rolle als Logistik-Hauptstadt im Norden. Die Stadt spiele ihre Vorteile in der Metropolregion als eine Drehscheibe für den Hamburger Hafen aus. „Auch viele heimische Unternehmen benötigen eine erstklassige Logistik, und die finden sie hier vor Ort“, sagte Matzen.

Trotz der wachsenden Bedeutung ist der Fachkräftemangel schon heute spürbar und wird sich noch deutlich verschärfen. Ernst Kreppenhofer, Chef von Sentiero Logistiq in Hamburg und des Kompetenzzentrums Logistik im Log-In, stellte die düstere Prognose, dass der Branche in fünf Jahren etwa ein Viertel der heute noch beschäftigten Lkw-Fahrer fehlen werden. Ein entscheidendes Manko der Branche ist, dass die Jobs nicht so attraktiv sind wie die in anderen Branchen. „Der Tag der Logistik dient auch dazu, das zu ändern“, sagte Kreppenhofer.

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erstellt am 22.Apr.2016 | 08:30 Uhr

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