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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 10:58 Uhr

Jubiläum : Live-Hörspiel: Die 300 Jahre alte Glocke erzählt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autor Arne Sommer und ein Ehrenamtlichen-Team schrieben ein Stück über die Vicelinglocke Dominika / In historischen Szenen wird die Geschichte lebendig / Clou sind kreative Geräusche

Neumünster | Was wäre, wenn eine 300 Jahre alte Glocke sprechen könnte? „Ich bin wiedergeboren worden, da war eine Glocke vor mir, aber mit der hatte Neumünster kein Glück“, sagt Sabine Scheuermann. Die 63-Jährige gehört zum Team, das am Sonntag, 11. September, um 19 Uhr das ungewöhnliche Live-Hörspiel „Auf die Glocke“ in der Vicelinkirche aufführen wird – und sie leiht der Glocke „Dominika“ ihre Stimme. Das Publikum darf gespannt sein – mit Szenen, Musik und Geräuschen geht es auf eine Zeitreise.

Die Rahmenhandlung ist der Realität nachempfunden: Die Klasse 3b steigt den Glockenturm empor, mit der Pastorin, die in diesem Fall von einer echten Pastorin – Simone Bremer – gesprochen wird: „Wir sind hier ganz oben auf dem Kirchturm, höher geht es nicht mehr“, sagt die Pastorin. Die Kinder staunen: „Ist die Glocke groß – und ganz schön alt.“ Doch Schüler Leon hat Höhenangst – und die Glocke fängt an, ihr Leben zu erzählen.

Die Idee hatte Manfred Scheuermann (68), der seit vielen Jahren Ehrenamtlicher der Vicelingemeinde ist. „Hörspiel ist mein Hobby, und als ich vom Jubiläum hörte, dachte ich, wir müssen etwas ganz Besonderes machen“, sagt er. Er wühlte und recherchierte, bis er einen „Riesenordner“ mit vielen historischen Daten hatte.

Das Hörspiel ist ein Gemeinschaftswerk: Jedes Teammitglied schrieb eine der elf Szenen. Zu Wort kommen der Amtsverwalter, der den Guss der neuen Glocke anordnet, die Gießerei-Schmiedegesellen, ein Amtsarzt und viele mehr. Die Glocke erzählt, wie sie einen großen Brand übersteht, wie Kaiser Wilhelm I. Neumünster besucht , und wie sie die Weltkriege überlebt.

Der Kontakt zu Arne Sommer knüpfte Scheuermann: „Er war sofort Feuer und Flamme.“ Besonderer Clou sind die Geräusche. So schlürfen und schmatzen Männer in der zwielichtigen Kneipe „Zum großen Fass“ und rätseln, woher die 2800 Schiffspfund kommen, die die Glocke kostet. Es fallen Stühle um, es wird geflüstert und gemurmelt. Mit den Füßen erzeugen die Akteure Stechschritt-Getrappel von Soldaten, als ein Amtsarzt von der Pest erzählt, die 1712 Rendsburg, Nortorf und viele andere Orte im Lande heimsuchte – inklusive des Stöhnens von Pestkranken.

Pastorin Simone Bremer ist total begeistert: „Eine super Idee. Trotz der Unterschiedlichkeiten der Stile ist ein Großes und Ganzes entstanden. Hier wird die Geschichte in einer Verpackung aufgearbeitet, die es den Menschen ganz nahe bringt und leicht verständlich ist – und so wird unsere Glocke , die seit 300 Jahren die Menschen zum Gebet ruft, besonders geehrt.“

Karten kosten 8/ermäßigt 6 Euro, es gibt sie bis zum 9.September im Kulturbüro, Kleinflecken, Tel. 9 42 33 16, dann vor Ort an der Abendkasse.

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erstellt am 02.Sep.2016 | 08:15 Uhr

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