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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

„Der Stechlin“ : Lesung mit vielen Informationen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wolfgang Schütz las Auszüge aus Theodor Fontanes Roman „Der Stechlin“. Heino Scheel brachte Hintergrundwissen mit ins Saldern-Haus.

Neumünster | Im Rahmen der „Aktiv-Wochen für Ältere“, die in Neumünster noch bis zum kommenden Freitag stattfinden, gab es am Sonntag im Caspar-von-Saldern-Haus eine Lesung aus Theodor Fontanes (1819-1898) Roman „Der Stechlin“.

„Wir haben vor vier Jahren damit angefangen, über Lesungen auch einen kulturellen Teil mit einzubinden“, erklärte Romi Wietzke vom Seniorenbüro, das die Lesung zusammen mit dem Förderverein des Caspar-von-Saldern-Hauses veranstaltete. Etwa 90 Zuhörer verfolgten gespannt, wie Wolfgang Schütz Auszüge aus dem letzte Roman des großen realistischen Erzählers vorlas. Mit interessantem Hintergrundwissen rund um den Roman wechselte Heino Scheel die Vorlesungen ab.

Entstanden ist das 500-seitige Werk von 1895 bis 1897, die beiden Hauptschauplätze sind Berlin und der wirklich existente Stechlin-See in der Mark Brandenburg in der Zeit um 1900. Fiktiv sind allerdings die Personen und das Dorf Stechlin. Die Zentralfigur ist der alte Dubslav von Stechlin, mit dessen Sterben Fontane symbolhaft alte Werte untergehen und Neues entstehen lässt.

„Der Roman spiegelt die sozialen und politischen Veränderungen der Zeit wider“, erläuterte Heino Scheel. Wie der ehemalige Deutschlehrer weiter vermittelte, lebt der handlungsarme Roman von der Figurenzeichnung und den Dialogen. Der Autor selbst hat über seinen Roman augenzwinkernd gesagt: „Zum Schluss stirbt ein Alter, und zwei Junge heiraten sich; – das ist so ziemlich alles, was auf 500 Seiten geschieht.“

Der Referent und bekennende Fontane-Fan Scheel attestierte dem „Stechlin“ einen großen literarischen Einfluss: „Das Buch ist wegweisend für moderne Romane.“ Auch Wolfgang Schütz war Deutschlehrer und ist begeisterter Fontane-Leser. Er verlieh dem alten Stechlin eine Stimme, bei der man sich bestens vorstellen konnte, wie er behaglich im Lehnstuhl sitzt, eine Meerschaumpfeife pafft und die aktuellen politischen und sozialen Ereignisse kommentiert.

Der Besucherin Hannelore Harms gefiel die Lesung sehr gut: „Ich mag Fontane. Das Buch kannte ich nicht, fühle mich jetzt aber animiert, es zu lesen.“ Musikalisch abgerundet wurde die Lesung von Elke Andersen an der Querflöte und Lothar Palmer am Fagott. 


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