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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 21:05 Uhr

Konzert : Leichter Gipsy-Stil trifft auf satten Bigband-Klang

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

350 Fans hörten Giovanni und Jeffrey Weiss mit der NDR Bigband.

Neumünster | Ein Konzert mit der Bigband des Norddeutschen Rundfunks (NDR) gehört zu den Höhepunkten und zugleich zu den Traditionen im Jahresprogramm des Jazz-Clubs. Am Freitag kamen 350 Fans in die Stadthalle, um den kernigen Bigband-Sound dieser Formation zu hören.

Ebenso gehört es zu den Traditionen, dass vor den Profis eine Schul-Bigband spielt. In diesem Jahr konnten die Jazzer der Gemeinschaftsschule Brachenfeld unter der Leitung von Uli Eichmann ihr Können zeigen. Für ihre Stücke, unter anderem aus dem Rocky-Musical und dem Mackie-Messer-Song aus der Dreigroschenoper, bekamen sie ordentlich Beifall.

Dass die NDR-Bigband immer Gäste mit im Programm hat, ist bekannt. Dieses Mal wurde dadurch der Charakter der Band etwas verändert. Im Zentrum stand das exzellente Spiel von Giovanni Weiss, der als Sinti-Gitarrist in den Traditionen von Django Reinhardt, dem Stammvater des Gipsy-Swings, steht. Reinhardt hatte die französische Musette mit dem damals aktuellen Swing verbunden. Diese typische Swing-Art, angereichert mit modernen Einflüssen, gelang. Weiss und seine Brüder nahmen sie als Trio „Django Deluxe“ auf den Hamburger Straßen auf und banden sie am Freitag in besonders angenehm luftig-lockerer Spielweise in die NDR-Bigband, ein. Dazu kam, dass die von Weiss komponierten Stücke meist aus dessen familiären Umfeld kamen und so sehr authentisch waren. Der 35-Jährige stellte beispielsweise „Nota“ vor, nach dem Namen eines Kuscheltieres seiner Tochter.

Weiss, beim Jazz-Echo als „Bester Gitarrist 2013“ geehrt, beherrschte meisterhaft bestimmte, immer wiederkehrende Griff- und Spieltechniken, die diese besondere Form des Jazz’ ausmachen. Immer wieder gab es kräftigen Applaus im Saal. Durch die Dominanz der Gitarre nahmen sich die Bläser in der Band, voran die Saxofonisten, etwas zurück. Zu hören waren mehr Flötentöne bis hin zur Piccoloflöte von Fiete Felsch.

Ein weiterer Gast, die in Weißrussland geborene Sängerin Polina Vita, bereicherte das Konzert mit ihrer samtweichen Stimme, die an beste Zeiten von Jazz-Pop-Diva Sade Adu erinnerte. Doch zum Schluss des Konzertes kam noch mal der volle und schnörkellose Bigband-Sound durch, den die Gäste hören wollten und entsprechend bejubelten.

Ein gelungenes, durchaus neues Format mit unterschiedlichen Formationen, die Bandleader Jörg Achim Keller voll im Griff hatte. 






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