zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 12:02 Uhr

Caterva Musica : Lebendige Töne auf alten Instrumenten

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Ensemble Caterva Musica begeisterte 50 Zuhörer im Volkshaus Tungendorf.

Neumünster | „Gassenhauer – Hits, Schlager und volkstümliche Musik aus dem 16. bis 18. Jahrhundert“ lautete das Programm, mit dem das Ensemble Caterva Musica seine 50 Gäste am Sonnabend im Volkshaus Tungendorf empfing.

Die ersten beiden Stücke spielten die sechs Musiker kommentarlos, dann lüftete Andreas Nachtsheim den Vorhang. „Sie hörten zwei Lieder von Henry Purcell“, begrüßte der Lauten-Instrumentalist das Publikum. „,Chaconne – Dance for a Chinese man and woman‘ und ,Curtain Tune on a ground‘ schrieb der bedeutende englische Komponist Ende des 17. Jahrhunderts. Sie gehörten zweifelsohne zu den Gassenhauern ihrer Zeit“, führte Nachtsheim weiter aus.

Auch vor 300 Jahren habe es bereits Stücke bedeutender Komponisten gegeben, die auf der Straße gepfiffen und mit der damals gerade erfundenen Gitarre gespielt wurden, so der klassisch ausgebildete Musiker weiter. „Obwohl es weder Internet noch Chartlisten gab, verbreiteten sie sich über ganz Europa. Gassenhauer waren die Megahits ihrer Zeit. Wir werden Ihnen heute das Beste aus den europäischen Charts präsentieren“, beendete Andreas Nachtsheim seinen kleinen Vortrag und gesellte sich in die Reihe seiner Mitspieler.

Susanne Hochscheid hatte diverse Blockflöten dabei, Sigrun Stephan war mit ihrem Cembalo angereist, Wolfgang und Elke Fabri brachten ihre Violinen zum Klingen und Peter Kuhnsch wechselte zwischen diversen Schlagwerken. Caterva Musica spielen auf originalen oder nach historischen Vorbildern rekonstruierten Instrumenten. Der besondere Klang der alten Instrumente wurde im Zusammenspiel der sechs Musiker besonders deutlich. Etwa als Sigrun Stephan ihrem Cembalo bei den „Ricercadas“ des spanischen Komponisten Diego Ortiz leichte, perlende Töne entlockte und dann Andreas Nachtsheim mit ruhigen Klängen auf seiner spanischen Gitarre einsetzte, ging ein Raunen durchs begeisterte Publikum.

Susanne Hochscheid verblüffte während ihrer zahlreichen Soli mit Virtuosität, wie man sie bei einer Blockflötistin nur selten erlebt. Auch ihr Spiel wurde mit Zwischenapplaus belohnt. Schlagwerker Andreas Kuhnsch beeindruckte mit Fingerfertigkeit auf diversen einfachen Rahmentrommeln mit und ohne Schellenkranz und das Ehepaar Fabri verlieh dem Konzert mit teils sanften, dann wieder treibenden Streichermelodien eine sehr lebendige Note.

Obwohl sämtliche Stücke zur sogenannten Alten Musik gehören, wirkten sie zu keiner Zeit verstaubt. Im Gegenteil. Den professionellen Musikern von Caterva Musica gelang es über zwei Stunden lang, ihr Publikum im besten Sinne zu unterhalten, es zum Staunen zu bringen und zu entzücken; oder um es mit Christa Antholz auszudrücken: „Das war ein wirklich großartiges Konzert! Schade, dass es schon vorbei ist“, sagte die Tungendorferin nach der Zugabe.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Okt.2016 | 08:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen