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Holsteinischer Courier

31. August 2016 | 00:34 Uhr

Demonstration : Lautstarkes Nein zu Gewalt an Frauen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Autonomes Frauenhaus versammelte 50 Aktivisten, die trommelnd und pfeifend durch die Stadt zogen. „Brötchentüten“-Aktion läuft bis Freitag

Mit Trillerpfeifen, scheppernden Kochtöpfen, Sambatrommeln und Rasseln machten gestern rund 50 Aktivisten „Krach gegen Gewalt“. Sie zogen in einem Protestmarsch vom Rathaus über den Großflecken und Bahnhof zur Schlusskundgebung an der „Säule der Gewalt“ in den Teichuferanlagen. Die Stele war von ehemaligen Bewohnerinnen des Autonomen Frauenhauses gestaltet worden und wurde im Sommer 2010 eingeweiht.

Anlass des lautstarken Protestes war der seit 1981 immer am 25. November begangene internationale Gedenk- und Aktionstag „Nein zu Gewalt an Frauen“. Weltweit protestieren Frauen an diesem Tag gegen die alltägliche Gewalt gegen Frauen, insbesondere gegen Sextourismus und Frauenhandel. „Wir machen diese Aktion jetzt zum vierten Mal. Das ist schon etabliert“, freute sich Sevim Kiraz-Döhring vom Autonomen Frauenhaus über die Resonanz und prominente Mitstreiterinnen. Zu den Demonstrantinnen gehörten auch die beiden SPD-Landtagsabgeordneten Kirsten Eickhoff-Weber und Serpil Midyatli. „Frauen leiden leise. Wir wollen ihnen eine Stimme geben“, sagte Serpil Midyatli.

„Auch in Neumünster ist das Thema aktuell“, sagte Sevim Kiraz-Döhring. Jede vierte Frau sei von Gewalt betroffen, und das in vielfältigen Formen und quer durch alle gesellschaftlichen Schichten. In diesem Jahr suchten bereits 96 Frauen und fast 100 Kinder Schutz im Autonomen Frauenhaus. 2012 waren es 104 Frauen und 80 Kinder, erläuterte Sevim Kiraz-Döhring.

Flankiert wird der „Krach gegen Gewalt“ von zwei weiteren Aktionen. Im Rathausfoyer und an den fünf Masten an der Kieler Brücke rücken noch bis zum kommenden Freitag Fahnen mit dem Slogan „Frei leben ohne Gewalt“ das Thema ins Bewusstsein. Außerdem startet heute um 10 Uhr auf dem Großflecken/Höhe Lütjenstraße die Brötchentüten-Aktion „Gewalt kommt mir nicht in die Tüte“.

Neumünsters Gleichstellungsbeauftragte Michaela Zöllner und die Protagonisten des Netzwerks bei häuslicher Gewalt, darunter das Frauenhaus, die Polizei und der Frauennotruf, wollen Frauen ermutigen, sich nicht länger demütigen zu lassen und sich vor Übergriffen zu schützen. Gesponsert wird die Aktion von vier Bäckereien, darunter auch die Bäckerei der Justizvollzugsanstalt.

 

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erstellt am 26.Nov.2013 | 12:00 Uhr

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