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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 19:07 Uhr

Webermarkt : Kunsthandwerk zwischen Webstühlen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

1500 Besucher kamen am Wochenende zum Webermarkt ins Museum Tuch+Technik. 27 Aussteller aus ganz Deutschland boten ihre Waren an.

Neumünster | Wie gut, dass das Museum Tuch  +  Technik im Herbst Geburtstag hat, denn so kann man immer um den 13. Oktober mit dem Webermarkt rechnen und sich etwas Schönes für die kalte Jahreszeit zulegen. Rund 1500 Gäste kamen am Sonnabend und Sonntag ins Textilmuseum am Kleinflecken und ließen sich beim neunten Webermarkt von dem breiten Angebot an hochwertig verarbeiteten Textilien inspirieren. 27 Aussteller aus ganz Deutschland boten auf zwei Etagen ihre handgefertigten Waren aus Wolle, Seide, Leder, Papier oder Metall an.

„Wir lassen nur Produkte zu, die entweder aus Fasern bestehen oder in textiler Technik verarbeitet sind. Außerdem verlangen wir ein hohes Niveau an Qualität, weshalb handwerkliche Professionalität ein Muss ist“, sagte die stellvertretende Museumsleiterin Karin Ruhmöller zum Auswahlverfahren der Anbieter. „Im Design bevorzugen wir Frisches und Junges, auch der klassische Stil ist willkommen, sofern zeitgenössische Ideen dabei sind. Wichtig ist ebenfalls eine eigene künstlerische Handschrift“, schilderte sie weiter.

So fanden die Besucher edle Unikate zum Ankleiden und Dekorieren vor. Es gab hinreißende Hüte, geschmackvolle Kleider, ausgefallene Westen und Jacken, edle Lederhandtaschen, farbenfrohe Kissenhüllen, warme Decken oder zarte Schals. „Mir haben es ganz besonders die Hüte angetan“, schwärmte Luise von Grebe aus Itzehoe. Gemeinsam mit ihrer Freundin Michaela Herkenroth-Hußmann aus Münster probierte sie sich durch Kopfbedeckungen im Stil der glamourösen 1920er-Jahre. Sie war zum ersten Mal beim Webermarkt und genoss es, viele unterschiedliche Textilien befühlen zu können: „Dieses haptische Erlebnis ist toll. Ich schätze zudem, dass alles von Hand gearbeitet ist“, sagte sie.

Ihrer Freundin fiel besonders das Ambiente auf: „Der Ort zwischen den alten Maschinen verbreitet eine schöne Atmosphäre.“ Das fanden auch viele andere Besucher und sahen sich die Vorführungen der historischen Web- und Spinnmaschinen aus der Dauerausstellung an. „Das Interesse an den Maschinen ist immer groß. Meistens möchten die Leute wissen, wie alt die Maschinen sind, wofür sie benutzt werden und wie die Mechanik funktioniert“, berichtete Klaus Jodehl, Angestellter des Museums und gelernter Textilmechaniker.

Zufrieden waren auch die Anbieter wie zum Beispiel Sabine Brandt aus Seelze bei Hannover. An ihrem Stand reihten sich dicht an dicht unzählige kleine bunte Deko-Stoffhühnchen. „Ich bin zum vierten Mal dabei, und es läuft einfach super“, sagte die Näherin.

Die Hutnäherin Silke Karsten war zum fünften Mal beim Webermarkt und war begeistert von dem Interesse des Publikums: „Hier hat man das Gefühl, die Besucher schätzen das Handwerk und die Arbeit, die in den Kreationen steckt.“

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