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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 17:46 Uhr

Kulturfestival : Kunstflecken startet mit furioser Tour

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Installation, Bilder, Musik: Ministerin und Gäste sind angetan von der Art-Tour und der Vielfalt des Festivals in der Stadt

Neumünster | Das Kulturfestival ist volljährig geworden. Am Freitag startete der 18. Kunstflecken mit einer Art-Tour, die Neumünster für viele Besucher in einer neues Licht rückte, mit der kleinen Fleckenkunst und dem Konzert von Mickhael Paskalev.

„Eine rundum runde Sache“, schwärmte Johanna Göb. Kurz vor 22 Uhr stand die verantwortliche Organisatorin des Kunstfleckens am Freitag vor der Werkhalle und freute sich über die gelungene Auftaktveranstaltung Art-Tour. In der Werkhalle stand das frankophone Duo „Caroussel“ auf der Bühne und begeisterte seine 350 Gäste mit charmanten Ansagen und unbeschwerten Chansons. Bereits nach wenigen Liedern war es der Akkordeonistin und Sängerin Sophie Burande und ihrem singenden Gitarristen Léonard Gogniat gelungen, das Publikum zu Bravo-Rufen hinzureißen. Unterstützt wurden die beiden sympathischen Musiker vom Schlagzeuger Thierry Cattin. „Léonard und Sophie haben sich auf der Straße kennengelernt“, klärte Johanna Göb zu Beginn des Konzerts auf. Als Straßenmusiker mit dem Akkordeon unterwegs, begegneten sich die beiden 2007 in Südfrankreich. „Es war Liebe auf den ersten Blick.“

„Für uns Organisatoren stellt sich in jedem Jahr die etwas bange Frage: Wird es gelingen, die richtigen Musiker für die Art-Tour zu engagieren?“, sagte die Leiterin des Kulturbüros. Mit „Caroussel“ haben Johanna Göb und ihr Team einen echten Coup gelandet. Sie bildeten die fulminanten Abschluss einer Tour, die um 19 Uhr im Museum Tuch und Technik startete.

Vor 300 Gästen eröffnete die Künstlerin Wiebke Schwarzhans ihr Werk „Rapport“ mit dem sie in diesem Jahr den Kunstflecken-Wettbewerb zu temporärer Kunst im öffentlichen Raum gewann (der Courier berichtete). „Wann wird Mode zur Kunst? Die paradoxe Logik des Fetischs – damit setzt sich meine Installation auseinander“, erklärte Wiebke Schwarzhans. Dass ihre Arbeit während des gesamten Kunstfleckens ausgestellt und damit vielen Menschen zulänglich gemacht werde, freue sie besonders, so die 31-Jährige.

Die Bedeutung des Kulturfestivals für Schleswig-Holstein stellte Anke Spoorendonk in ihrer Ansprache heraus. „In einem Flächenland brauchen wir Kulturknotenpunkte. Wenn das Programm attraktiv ist, kommen die Leute auch von außerhalb. Neumünster trägt dazu bei, dass Kultur in die Fläche getragen wird“, sagte die schleswig-holsteinische Ministerin für Justiz, Kultur und Europa. „In Zeiten von Veränderungen – und die sind in Neumünster klar sichtbar – ist Kulturpolitik identitätsstiftend“, meinte Anke Spoorendonk. Sie freue sich deshalb besonders, den „kulturellen Leuchtturm“ Kunstflecken erstmals offiziell eröffnen zu dürfen.

Um 19.30 Uhr war es so weit. Die Gäste applaudierten und machten sich bei lauen Temperaturen auf den Weg zur Bürgergalerie an der Esplanade 20. Hier wurden sie bereits von Marc Richter erwartet. Der Galerist aus Lütjenburg zeigt anlässlich des Kulturfestivals Werke von Günter Grass, Armin Mueller-Stahl, Horst Janssen und Feridun Zaimoglu (der Courier berichtete). Auch Richter zeigte sich erstaunt über die Attraktivität der Schwalestadt. „Bisher habe ich Neumünster nur mit Gefängnis und Nazis in Verbindung gebracht. Dass es hier Kleinode wie die Bürgergalerie und Veranstaltungen wie den Kunstflecken gibt, hat mich sehr überrascht“, sagte der Galerist. Für Annakatharina Rowedder und ihre Freunde ist das ist nichts Neues. Seit Jahren sind sie große Fans des Kulturfestivals. „Hier gibt es immer etwas Neues zu entdeckten“, sagen sie. Auch Sybille und Yanine Esquivel waren fasziniert. „Wir sind überwältigt von der Auswahl der Bilder“, stimmten Mutter und Tochter überein. Besonders die Arbeiten von Armin Mueller-Stahl haben es ihnen angetan. „Und dass wir sie hier in Neumünster erleben können und nicht extra nach Salzau fahren müssen, ist doch toll“, sagte Mutter Sybille.

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erstellt am 05.Sep.2016 | 08:00 Uhr

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