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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Festival-Bilanz : Kunstflecken lockte 8000 Menschen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Besucherzahl war im Vergleich zum Vorjahr konstant / Ein Drittel der Fans des Kulturfestivals kam von außerhalb

Neumünster | Am Sonntag bescherte die Jazz-Sängerin Cyrille Aimée dem Kunstflecken in der ausverkauften Werkhalle einen glänzenden Abschluss (siehe Bericht unten) – das Publikum feierte sie begeistert. Auch insgesamt fällt das Fazit von Kunstflecken-Organisatorin Johanna Göb vom Kulturbüro positiv aus: 8000 Besucher aus dem ganzen Norden genossen an 24 Festival-Tagen die internationale Kultur – so viele wie im Vorjahr.

Bereits bei der Festivaleröffnung hatte Kulturministerin Anke Spoorendonk den Kunstflecken als „kulturellen Leuchtturm“ für das Land bezeichnet. Höhepunkte waren die Konzerte der marokkanischen Sängerin Oum El Ghaith, der Israelin Ester Rada als große, neue Stimme des Souls, die Auftritte der sechs Stimmakrobaten „Opus Jam“ und des norwegischen Folk-Trios um Frontmann Mikhael Paskalev.

Doch auch die junge Festivalreihe „Flecken-Donner“ erfreute sich wachsender Beliebtheit. Der neue Kultur-Stadtrat Carsten Hillgruber sagte gestern dazu: „Hervorragend entwickelt hat sich in den vergangenen Jahren das Jugendprogramm des Festivals. Es gab mit dem Landesfinale des Bandwettbewerbs Local Heroes, dem Eröffnungs-Slam des Spoken-Word-Festivals und dem bundesweiten Filmwettbewerb „Ein geschenkter Tag“ gleich drei hochkarätige Veranstaltungen. Rund 900 überwiegend junge Menschen haben sie besucht – deutlich mehr als in den Jahren zuvor.“

Auch freie Kultureinrichtungen sorgten dafür, dass der Kunstflecken zu einem Kulturfest für die ganze Stadt wurde. Die Vicelinkirche beschenkte das Publikum mit dem extra konzipierten Glocken-Live-Hörspiel. Die Gerisch-Stiftung lud zu einer Matinée mit dem Filmemacher Peter Sempel. In der Niederdeutschen Bühne ging Schauspielerin Sabine Kaack auf eine literarische Reise durch Schleswig-Holstein. Für heimatliche Klänge sorgte die achte Auflage des Plattdeutschen Musikfests „Platt live!“.

Auch die Ausstellungen waren Anziehungspunkte – die junge Hamburger Künstlerin Wiebke Schwarzhans verarbeitete mit zwei Schneiderinnen eine lange, kunstvoll bedruckte Seidenbahn zu wertvollen Tüchern. In der Bürgergalerie zeigte der Lütjenburger Galerist Marc Richter Werke von Daniel Richter, Feridun Zaimoglu, Horst Janssen und Armin Mueller-Stahl und freute sich über großes Publikumsinteresse.

Gut die Hälfte der Veranstaltungen war in kurzer Zeit ausverkauft. Entsprechend positiv fällt auch das Urteil der Festivalorganisatorin Johanna Göb aus: „Aus zahlreichen Rückmeldungen unserer Besucher wissen wir, welche Bedeutung der Kunstflecken inzwischen für viele Neumünsteraner gewonnen hat. Sie sind stolz darauf, dass sich ihre Stadt nicht nur als wichtiger Kulturort in Schleswig-Holstein präsentiert, sondern auch als offen und international, mit einer Geschichte, für die besonders die Werkhalle und das Museum Tuch + Technik als Ausstellungsorte beispielhaft stehen. Genau das möchten wir auch den Besuchern von außerhalb mitgeben, die gut ein Drittel des Publikums ausmachen.“

Der Kunstflecken 2017 findet vom 8. September. bis 1. Oktober statt.

Kommentar

von Dörte Moritzen

Ein Händchen für die Jugend

8000 Besucher – das kann sich sehen lassen.  Der Kunstflecken ist mittlerweile zu einem beliebten Kulturfestival geworden, das weit über die Grenzen der Stadt hinaus bekannt ist und  Gäste aus dem ganzen Norden anzieht. Allein das ist bereits  lobenswert. Doch der Kunstflecken hat noch eine zweite, sehr wertvolle Seite:  Die Organisatoren legen viel Wert auf Angebote, die besonders das junge Publikum  locken. Und sie beweisen dabei  ein geschicktes  Händchen. Denn die Jugend kommt  gern zum „Flecken-Donner“.  In diesem Jahr wurden mit 900 jungen Besuchern die Zahlen  erneut übertroffen. Damit hat der Kunstflecken bewiesen: Kunst und  Kultur sind nicht nur für  ältere  Semester da.  Man muss die Jugend nur  zu begeistern wissen.

 

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erstellt am 27.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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