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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 16:45 Uhr

Vogelattacke : Krähe greift Fünfjährige an

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nach dem Angriff im Kita-Garten blutete das Mädchen am Kopf. Kinder der Kita Schubertstraße bleiben bis auf weiteres im Gebäude

Neumünster | Mysteriöse Vogelattacke in der Gartenstadt: Vermutlich eine Raben- oder Saatkrähe hat am Dienstagvormittag ein fünfjähriges Mädchen im Garten der Kita Schubertstraße attackiert und am Kopf verletzt. Das Kind war mit seinen Kameraden im Garten spielen, als sich der Rabenvogel auf das Mädchen stürzte. Der Vogel verhakte sich in den Haaren und pickte auf den Kopf. Dabei stürzte das Mädchen, und der Vogel ließ von ihm ab. Eine Freundin alarmierte eine Betreuerin, die mit dem anderen Kindern bereits auf dem Weg zurück ins Haus war. Das Mädchen zog sich bei dem Angriff eine blutende Wunde am Kopf zu. Es wurde noch in der Kita notärztlich versorgt und verbunden. Die Eltern brachten es ins Krankenhaus, inzwischen ist es wieder zu Hause.

Nach Auskunft von Jörg Asmussen, Leiter des Fachdienstes Kinder und Jugend, geht es dem Kind den Umständen entsprechend gut. Schwerwiegender als die Verletzungen am Kopf wiege offenbar der Schock, den das Kind durch die überraschende Attacke erlitten habe, sagte Asmussen.

Um ähnliche Vorfälle zu vermeiden, hatte die Stadt sofort nach dem Vogelangriff angeordnet, die Kita-Kinder bis auf Weiteres nicht mehr ins Freie zu lassen. „Wir wissen, dass den Kindern und Erziehern das bei diesem Wetter schwer fällt, wir möchten aber jede weitere Gefährdung ausschließen“, bat Asmussen gestern um Verständnis für die Vorsichtsmaßnahme. Der Kita-Betrieb geht weiter, rund 140 Kinder – vornehmlich aus der Innenstadt und der Gartenstadt – sind von dem „Hausarrest“ betroffen.

Unterdessen liefen gestern in der Stadtverwaltung die Überlegungen an, wie man dem Vogel – vermutlich handelt es sich um eine Saat- oder Rabenkrähe – am besten beikommen kann. Sowohl Saat- als auch Rabenkrähen verhielten sich in freier Natur eher scheu und halten Distanz zum Menschen, wunderte sich Anja Schubring von der Unteren Naturschutzbehörde über das außergewöhnliche Verhalten des Vogels. Sie geht daher von einem Einzelexemplar aus, das mit der Hand aufgezogen und an den Menschen gewöhnt ist. Dafür sprechen auch die Beobachtungen von Anliegern aus der benachbarten Gartenstadt, die in den vergangenen Wochen immer wieder mal eine handzahme Krähe gesichtet hatten, die sogar aus der Hand fressen soll.

Da die Saatkrähe unter Naturschutz steht und Rabenkrähen im besiedelten Gebiet nicht bejagt werden können, soll in Abstimmung mit der Jagdverwaltung und der Oberen Naturschutzbehörde jetzt versucht werden, die Krähe mit einer Lebendfalle aus dem Verkehr zu ziehen. „Wir versuchen eine solche Falle aufzutreiben, die Jägerschaft hat damit gute Erfahrungen gemacht“, sagte Anja Schubring gestern.

Saat- und Rabenkrähen haben nichts zu tun mit den Dohlen, die in größerer Anzahl auch in der Stadt leben.

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erstellt am 19.Mai.2016 | 08:15 Uhr

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