zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

05. Dezember 2016 | 21:45 Uhr

Gitarrist im Saldern-Haus : Konzert wurde zur musikalischen Zeitreise

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Rüdiger Zieroth machte im Caspar-von-Saldern-Haus die Entwicklung der Gitarre hörbar.

Neumünster | Der Gitarrenvirtuose Rüdiger Zieroth präsentierte am Sonntagabend den 40 Gästen im Caspar-von-Saldern-Haus eine wunderschöne musikalische Zeitreise der Gitarre. Einen repräsentativen Querschnitt von 500 Jahren auf sechs Saiten stellte der Schwarzenbeker in einem Gesprächskonzert vor.

Zwei Gitarren hatte der Musiker dabei, um die Entwicklung des Instruments von der Renaissance bis zur brasilianischen Moderne hörbar zu machen. „Die Gitarre ist älter als die Violine und das Klavier. Der Geiger Niccolò Paganini war zum Beispiel auch ein vorzüglicher Gitarrist und hat die Möglichkeiten der Verzierungen von der Gitarre auf die Geige übertragen“, schickte Rüdiger Zieroth vorweg. Bei Stücken des barocken Gaspar Sanz (1640-1710), des Spaniers Fernando Sor (1778-1839) und von Francisco Tárrega (1852-1909) ließ der Künstler ebenso seine Finger über die Saiten perlen wie bei Liedern des von ihm hoch geschätzten Emilio Pujol (1887-1980).

Den Schüler von Francisco Tárrega hat Zieroth in Katalonien getroffen und bei ihm gelernt. Der spanische Autor einer Gitarrenschule hatte eine besondere Anschlagtechnik, wie Zieroth erklärte: „Er schlug die Saiten mit den Fingerspitzen an. Der Ton klingt dann voller und reiner. Die Melodie kommt so stärker hervor, weil die Obertöne zurück gehen. Schlägt man hingegen die Saiten mit dem Fingernagel an, ergibt das einen cembalohaften Ton.“

Zieroth selbst beherrscht beide Techniken und spielte abwechselnd auf einer Konzertgitarre und einem südspanischen Instrument, mitunter auch Eigenkompositionen. Mit viel Detailwissen ging er auf die Fragen der Zuschauer ein und stellte fest: „Die Gitarre hat ein Janus-Gesicht.“ Denn sie wird sowohl bei ernster als auch in der Unterhaltungsmusik gespielt.

Beim Publikum kam das Gesprächskonzert richtig gut an. Besucherin Frauke Dorendorf schloss oft genießend die Augen und sagte in der Pause: „Ich höre ihm sehr gerne zu. Weil ich mal angefangen hatte, Gitarre zu spielen, fasziniert es mich auch, seine Griffe zu beobachten. Das ist sehr schwierig, was er da macht.“

Karte
zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen