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Holsteinischer Courier

29. September 2016 | 10:19 Uhr

Klezmer-Band bot eine großartige Mischung aus Tradition und Moderne

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Bereits nach dem zweiten Lied fingen die Besucher in der Christuskirche Einfeld an, die drei Musiker der Hamburger-Klezmer-Band mit rhythmischem Klatschen zu begleiten. Mark Kovnatskiy (Violine, Gesang, Komposition), Stanislav Dinerman (Akkordeon) und Mikhail Manevitch (Tuba) beeindruckten die etwa 150 Zuhörer am Sonntag mit einem abwechslungsreichen, virtuos vorgetragenen Programm jüdischer (Volks)-Musik, Klezmer genannt.

Diese Musik entstand in den 20er-Jahren in der Ukraine und war später entlang der Grenze der österreichisch-ungarischen Monarchie zu Hause. Der Zuhörer merkte sofort, dass die Musik für Feiern und Feste kreiert wurde. Als dann noch die drei international ausgewiesenen Experten mit viel Seele und musikalischer Meisterschaft an ihren Instrumenten zu einer imaginären Hochzeit aufspielten, konnte der Zuhörer miterleben, wie sie die Tänzer regelrecht bis zur Erschöpfung hetzten, beispielsweise bei der „Sirba“, einer traditionellen Hochzeitsmusik im Zweivierteltakt. Andere mehr melancholische, fast aufrüttelnde Weisen, die die ewig währende Hoffnung der südosteuropäischen Völker symbolisierten, übertrugen sich sofort auf das Publikum. Nach jedem Stück gab es lautstarken Applaus.

Beeindruckend war die Band auch deshalb, weil diese Lieder und Tänze mit ihrer orientalischen Harmonik (auch aus russischen Volksliedern) oft zwischen Dur und Moll wechseln. Ungewohnt war etwa das Verschleppen oder Beschleunigen der Melodie, etwa bei „Terkish“ im Viervierteltakt – scheinbar ganz nach den Gefühlen der Akteure.

So erlebten die Zuhörer drei Musiker, die zwischen langsamer, gediegener, zu Herzen gehender Musik (unter anderem mit einer super schmollenden Tuba) und überbordender Tanzfröhlichkeit wechselten. In ihrer Vielfalt präsentierten sich die Hamburger, die ihre Wurzeln in der ehemaligen Sowjetunion haben, auch als exzellente Solisten. Dabei überraschte Mikhail Manevitch die Gäste unmittelbar vor der Pause, indem er Melodien aus seinen verschränkten Händen lockte.

Insgesamt erlebten die Gäste ein Konzert mit einer musikalischen Mischung aus tief verwurzelter südosteuropäischer Tradition und modernem Klezmer, wie er seit den 70er-Jahren aus den USA kommt. Die Gäste in der Christuskirche dankten den drei exzellenten Musikern mit lang anhaltendem, lautstarkem Applaus.

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erstellt am 24.Feb.2016 | 11:56 Uhr

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