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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 15:24 Uhr

Kita musste diese Woche schließen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Eltern brachten ihre kranken Kinder immer wieder in die Einrichtung am Möhlenkamp in Bordesholm / Ein Vater musste sogar ins Krankenhaus

„Die Appelle an die Eltern haben nichts genutzt“, sagte Manfred Osbahr vom Amt Bordesholm gestern. Die Eltern brachten ihre noch nicht wieder auskurierten Kinder in die Einrichtung, so dass eine Magen-Darm-Erkrankung immer wieder ausbrach. Deswegen musste die Kindertagesstätte Bordesholm am Möhlenkamp diese Woche komplett schließen.

Von den insgesamt 86 Kindern hat der Infekt 66 Kinder befallen. „Nur etwa 20 Kinder sind gesund geblieben. Die meisten hatten Durchfall, entweder mit oder ohne Erbrechen, manchmal gab es auch Fieber und Kopfschmerzen“, berichtete Gabriele Kröger-Gröning, die den kommunalen Kindergarten seit April leitet. „In meiner 20-jährigen Tätigkeit als Leiterin von Kindertagesstätten ist so etwas noch nicht passiert“, sagte sie weiter.

Die Gefahr, sich anzustecken, ist groß. Am vergangenen Freitag haben zwei Mitarbeiterinnen die Kinder gewickelt und sich prompt am nächsten Tag krank gemeldet. Auch Eltern und fast das gesamte pädagogische Personal waren krank. „Bis auf eine unserer 17 pädagogischen Kräfte hat es alle erwischt“, bedauerte die stellvertretende Leiterin Sörine Kaley. Ein Vater musste sogar im Krankenhaus behandelt werden. Nicht betroffen von dem Virus waren die drei Angestellten, die für die Küche und Reinigung zuständig sind.

Gabriele Kröger-Gröning hat engen Kontakt zum Gesundheitsamt gehalten und zwei Fachfirmen zur Hygieneberatung hinzugezogen. Die Erzieherinnen haben beim Wickeln Mundschutz und Einmal-Schürzen getragen, um sich zu schützen. Trotzdem kam es bei einigen nach der Genesung erneut zu einer Infektion.

„Das Problem ist, dass manche Eltern ihre kranken Kinder hier abgegeben haben. Bei allem Verständnis für die Situation der Eltern tragen wir dennoch eine Verantwortung für alle“, begründete die Leiterin ihren Schritt, die Kita bis einschließlich heute zu schließen.

Die Schließung war mit der Gemeinde als Trägerin abgesprochen. Bereits am 10. November hat die Leitung einen Elternbrief verschickt und unter anderem darauf hingewiesen, dass kranke Kinder zu Hause bleiben müssen. „Die vom Gesundheitsamt empfohlenen 48 Stunden ohne Beschwerden verlängern wir nach Absprache um einen Tag auf 72 Stunden“, erklärte Gabriele Kröger-Gröning. In einem Aushang werden die Eltern außerdem darüber aufgeklärt, dass ein ärztliches Attest die Symptomfreiheit bestätigen muss.

Mittlerweile sind die Räume mit speziellem Desinfektionsmittel penibel gesäubert worden. „Besonders die Türgriffe haben wir etliche Male abgewischt“, so die Leiterin. Neu sind nun zwei Spender mit Desinfektionsmittel, die ohne Berührung funktionieren.

Wenn am kommenden Montag der Betrieb wieder losgeht, werden die Eltern gebeten, die neuen beiden Spender am Eingang zur Krippe und zum Regelbereich zur allgemeinen Sicherheit zu benutzen und auf jeden Fall die Hände zu desinfizieren.

 

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erstellt am 17.Nov.2016 | 18:38 Uhr

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