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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 18:45 Uhr

Kita plus : Kita-Betreuung bis in den späten Abend

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Vier Einrichtungen wollen ab Herbst schon ab 5 oder 6 Uhr morgens Kinder beaufsichtigen. Der Bund fördert Modellprojekt mit einer Million Euro

Neumünster | Es gibt Hoffnung für alle Eltern, die  für ihre  Kinder schon in den frühen Morgenstunden  oder auch am späten Abend  eine Aufsicht suchen. Mit  gleich vier Einrichtungen zur Kinderbetreuung beteiligt sich  Neumünster  an dem bundesweiten Modellprojekt „Kita plus“, das vor allem  berufstätigen Eltern in Schichtarbeit oder  mit ungewöhnlichen Arbeitszeiten eine neue Perspektive bieten will. Möglichst passgenaue Betreuungszeiten sollen den Eltern erleichtern,  Beruf und Familie besser unter einen Hut zu bekommen.

Mit im Boot sind die städtische Kita Schubertstraße, die Kinderkrippe  „Kleine Fische“ der Diakonie in der Vicelinstraße, das Familienzentrum Ruthenberger Rasselbande der Dietrich-Bonhoeffer-Gemeinde in Ruthenberg sowie die Kindertagespflegestellen „Zweipluszehn“ und „Königskinder“. Sie wollen mit Unterstützung des Bundes und der Stadt bereits ab Herbst die ersten Betreuungsplätze mit deutlich ausgeweiteten Betreuungszeiten  anbieten.   Konkret soll es im ersten Schritt folgende  Angebote geben:

  Die  Kita Schubertstraße will zunächst für maximal 15 Kinder   von unter 3 bis 14 Jahren Betreuung wochentags von 6 Uhr bis 22 Uhr anbieten (bislang 6.30 bis 17 Uhr).

  Die Kinderkrippe „Kleine Fische“ will zehn Plätze bereit halten,  auf denen vorzugsweise Kinder unter drei Jahren  von montags bis sonntags in der Zeit von 5 bis 22 Uhr betreut werden können.  Darüber hinaus sind weitere Angebote am Wochenende sowie ein Shuttle-Service (Abhol- und Bringservice) für Eltern in Zeitnot geplant.

  Das Familienzentrum Ruthenberger Rasselbande will Betreuung künftig für zunächst   fünf Kinder zwischen 6 und 14 Jahren  in der Zeit von 6 Uhr morgens bis 21 Uhr sicherstellen.

 Die Kindertagespflegegruppen Zweipluszehn und Königskinder  wollen für zehn Kinder Betreuung in der Zeit von 5 Uhr bis 22 Uhr anbieten (bislang 7 bis 16 Uhr) und  bei Bedarf auch Übernachtungsmöglichkeiten für ihre kleinen Kunden schaffen.

Maximal können die Kinder in den neuen Gruppen bis zu zehn Stunden pro Tag und 50 Stunden in der Woche betreut werden. Um die erweiterten Betreuungszeiten sicherzustellen, werden unter dem Strich acht neue Stellen geschaffen. Der Bedarf und Verlauf des Projekts wird  laufend überwacht.

Die Kosten für den dreijährigen Modellversuch übernimmt der Bund zu 95 Prozent. Bis Ende 2018  wird er dafür  rund eine Million Euro nach Neumünster überweisen.  Den Zuschlag zur Teilnahme am Modellprojekt bekommt die Stadt allerdings nicht zum Nulltarif: Bedingung für den  Zuschlag war, dass  die  Stadt  die Anschlussfinanzierung zumindest für den Startumfang sicherstellt. Das  hat der Rat inzwischen zugesagt.  Jörg Asmussen, Fachdienstleiter Frühkindliche Bildung, rechnet mit jährlichen Kosten von rund 375 000 Euro ab 2019. Für die Stadt  werde sich die Investition aber schnell rechnen, sagt Asmussen voraus, da im Gegenzug voraussichtlich andere soziale Hilfen eingespart würden.

Inzwischen gibt es  erste Anfragen  von Unternehmen, die ihre Mitarbeiter bei der Kinderbetreuung unterstützen und daher mit der Stadt kooperieren wollen, sagt Asmussen.

 Bedarf für „Kita plus“-Plätze mit abweichenden Betreuungszeiten gibt es etwa für Eltern, die im Pflege- und Sozialbereich, aber auch im Handel oder produzierenden Gewerbe beschäftigt sind. „Gute Betreuung sollte keine Frage der Uhrzeit sein!“, gab  Dr. Constanze von Wildenrath  von der Diakonie gestern bei der Vorstellung  des Projekts als Leitmotiv aus.

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erstellt am 29.Jun.2016 | 08:00 Uhr

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