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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 01:29 Uhr

Neumünstrum : Kinderstadt: Wer räumt den Dreck weg?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das Arbeitsamt hatte am Sonnabend geöffnet und vergab an über 200 Bewohner Jobs – Müllwerker wollte aber kaum einer werden.

Neumünster | Für die Sicherheit der Bewohner ist gesorgt, allerdings könnte es schon schnell ein Abfallproblem in Neumünstrum geben, mit dem sich die Verwaltungsspitze beschäftigen muss. Heute um 10 Uhr startet die Kinderstadt an der Werderstraße beim Ferienprogramm. Doch schon am Sonnabend hatte das Arbeitsamt geöffnet, und mehr als 200 Teilnehmer im Alter von 8 bis 14 Jahren suchten sich ihren Lieblingsberuf aus. Wer zuerst kam, hatte die Auswahl. Während die befristeten und unbefristeten Jobs bei der Polizei, im Rathaus und Tierpark rasch weg waren, blieben Müllwerker, Tischler und Museumsmitarbeiter die Ladenhüter.

Um 13 Uhr trat Hauptorganisator Ulf Schloßbauer von der Kinder- und Jugendeinrichtung Dock24 an die künftige Stadtgrenze und ließ nach einer kurzen Begrüßung nicht nur die Einwohner, sondern ausnahmsweise auch noch deren Eltern in die rund 1,5 Hektar große Kinderstadt. In den kommenden zwei Wochen haben die nämlich in Neumünstrum nichts zu suchen – es sei denn sie bringen als Touristen Devisen in Form von Euro in die Stadt. Dienstleistungen, Waren und Genehmigungen werden ansonsten in Münzter bezahlt, der eigenen Währung, die von der Bank am Königsweg ausgegeben wird. Heute erhält jeder Einwohner sein Begrüßungsgeld in Höhe von 15 Münztern. Der Stundenlohn in den klassischen Gewerken ist zunächst auf 8 Münzter festgelegt, davon gehen 2 Münzter an Steuern ab. Doch die Erfahrung aus den Jahren 2005, 2007 und 2009 zeigt, dass es nicht lange dauert, bis sich die ersten Einwohner selbstständig machen und ihr eigenes Geld verdienen. Auch ist wahrscheinlich, dass künftige Bürgermeister (oder werden es Könige oder Diktatoren?) die Steuern nach ihrem Ermessen erhöhen oder senken.

Arbeitslos blieb am Sonnabend jedenfalls kein Kind. Adrian (8) aus der Innenstadt wird zwei Wochen in Neumünstrum leben und fand gleich seinen unbefristeten Traumjob: „Ich wollte gerne Kaufmann werden. Deshalb ist der Supermarkt genau das Richtige“, sagte er strahlend. Joke (12) aus Einfeld schreibt und liest gerne und ist sehr neugierig. „Deshalb bin ich glücklich, dass ich bei der Tageszeitung ‘Neumünstrum Boten’ einen unbefristeten Arbeitsvertrag erhalten habe“, erklärte sie. Und Finn (9) aus dem Umland zeigte stolz seinen Vertrag als Grafiker für die Werbeagentur.

Die Kinderstadt schließt am 6. August mit einem großen Stadtfest für alle Interessierten ihre Pforten. Bis dahin berichtet der Courier regelmäßig über die aktuellen Ereignisse.

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erstellt am 25.Jul.2016 | 08:15 Uhr

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