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Holsteinischer Courier

26. Februar 2017 | 15:47 Uhr

Kita Volkshaus : Kinder sind dem Abfall auf der Spur

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Igel-Gruppe der Kita Volkshaus in Tungendorf lernt über Mülltrennung und -vermeidung dazu.

Neumünster | „Der Müll, der Müll, der Müll ist da, er bringt uns Dreck, hei hussassa!“ Das ist eine der Strophen des Müll-Lieds, das die Kita-Kinder der Igel-Gruppe besonders gern singen. Geschrieben hat ihn die angehende Erzieherin Julia Beucker (21), die in der Kita Volkshaus in Tungendorf ein Praktikum im Rahmen ihrer Ausbildung macht. „Bei der Ausbildung gehört ein selbst ausgedachtes Projekt mit den Kindern dazu. Ich habe mir überlegt, ein „Müllprojekt“ anzufangen und den Kindern zum Thema Abfalltrennung und -vermeidung etwas beizubringen“, sagte die gebürtige Neumünsteranerin.

Ein Artikel im Courier zur Woche der Abfallvermeidung brachte sie auf das Thema, und die Idee war geboren. „Mir ist es wichtig, dass bereits die ganz Kleinen einen Bezug dazu bekommen, denn wir als Erzieher haben einen Bildungsauftrag“, erzählte sie. Bei verschiedenen Spielen lernen die 19 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren, wie man den Abfall richtig trennt, in welche Tonne was gehört und dass Abfallvermeidung ein wichtiges Thema ist. „Ich führe die Kinder spielerisch heran. Es klappt super, sie haben viel Spaß und machen toll mit“, sagte Julia Beucker fröhlich.

Neben dem Müll-Lied, das die Kinder jeden Morgen und vor jedem Spiel zum Projekt singen, können sie sich an einem Müll-Sortier-Spiel ausprobieren. Die Praktikantin war ganz erstaunt, dass viele Kinder bereits wussten, in welche Tonne welcher Abfall gehört: „Sie wussten schon viel, das war toll. Bei den ganz Kleinen habe ich natürlich mehr geholfen oder sie haben es bei den Großen abgeguckt. Ich bin überrascht, wie gut es geklappt hat.“ Es gibt auch einen Igel-Mülleimer, wo der Müll der Igel-Gruppe gesammelt wird.

Am Donnerstag steht ein Besuch auf der Müll-Deponie an. Die Kinder sollen ein Gefühl dafür bekommen, wie viel Müll in einer Stadt wie Neumünster produziert wird. Der Igel-Mülleimer kommt ebenfalls mit und wird dort entleert. „Wenn sie den Müllberg sehen und wir erklären, dass fast jede Stadt so einen hat, staunen sie bestimmt und verstehen, dass man sich um seine Umwelt kümmern muss. Deswegen ist Abfallvermeidung ja ein ebenso wichtiges Thema wie Trennung“, erklärte Julia Beuckert. Viele Kinder freuten sich am meisten auf den Ausflug, so auch Fiona (5). „Wir fahren zu den Müllmännern, das wird lustig“, sagte sie. Jakob (6) erzählte, was er sich gemerkt hat: „Die Müllmänner fahren zum Müllplatz, das gucken wir uns bald an. In die rote Tonne kommen schon mal die Batterien. Das ist meine Lieblingstonne.“

Auch Susanne Spreckelsen (46), Leiterin der Igel-Gruppe, freute sich über das geglückte Projekt: „Ich finde es großartig. Ich habe selbst mal eine Fortbildung zu dem Thema Bildung für nachhaltige Entwicklung gemacht, deswegen liegt es mir sehr am Herzen.“ Aber auch, wenn die Zeit ihrer Praktikantin in der Kita vorbei ist, soll das Projekt weitergeführt werden. „Es wird fortgesetzt, das ist keine einmalige Sache und auch nicht nur eine Projektwoche. Denn wir wollen die Kinder die ganze Zeit dafür sensibilisieren und daran festhalten. Wir haben gerade erst angefangen“, erzählte die Gruppenleiterin stolz. Das Ziel sei für sie erreicht, wenn das Projekt auch über die Kinder an die Eltern herangetragen wird. Denn: „Kinder sind die besten Erzieher ihrer Eltern“, sagte sie schmunzelnd und ergänzte: „Ich sage immer, hier sitzen die Minister von morgen. Sie gestalten die Zukunft und müssen das wieder gut machen, was wir nicht geschafft haben.“

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