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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 07:56 Uhr

Stadtwerke Neumünster : Keine Keime mehr – Wasser soll trotzdem weiter abgekocht werden

vom

Liegt die Ursache für die Verunreinigung im Wasserwerk? Sicherheitshalber wurde die Luftfilter-Anlage ausgetauscht.

Neumünster | Bei der Bekämpfung der Keimbelastung von Trinkwasser sind die Stadtwerke Neumünster (SWN) vorangekommen, die Abkochempfehlung für geschwächte, kranke und ältere Bürger sowie für Säuglinge und Kleinkinder gilt aber vorerst weiter. Auch  für die Behandlung offener Wunden oder medizinische Zwecke soll das Wasser nicht benutzt werden.

Die ersten Proben in Anlagen des Wasserwerks nach der Abschaltung und dem Austausch der Luftfilteranlage wiesen keine Keime mehr auf, teilten die SWN am Mittwoch mit. „Das lässt uns hoffen, wir müssen aber noch weitere Proben abwarten, bis wir endgültig Entwarnung für das Wasserwerk als vermutete Quelle geben können“, sagte Sprecher Nikolaus Schmidt.

Die getauschte Luftfilteranlage werde derzeit desinfiziert, gereinigt und gespült - und erst dann wieder in Betrieb genommen, wenn sie keimfrei ist. Derzeit wird die Versorgung über eine zweite Anlage sichergestellt. „Die nächsten Ergebnisse mit einer neuen Bewertung erwarten wir am Freitagnachmittag“, sagte Schmidt.

Dass die gesamte Luftfilter-Anlage ausgetauscht wird, ist schon etwas Besonderes. Üblich ist, die sieben Grob- und Feinfilter-Vliese einmal jährlich auszutauschen, so Schmidt. Das Wasser läuft zurzeit über die zweite Entsäuerungsanlage.

Die alte Filteranlage stammte aus dem Jahr 1984, als die sogenannten Regelbehälter erbaut wurden. Das sind zwei große Gebäude mit kuppelförmigen Dächern. In ihnen wird das Brunnenwasser, das in einem anderen Gebäude in riesigen Filterbehältern von Eisen und Mangan befreit wurde, mit Luft angereichert – die Entsäuerung. Durch die Anreicherung mit Luft wird der pH-Wert des Wassers von 7,3 auf 7,7 erhöht und damit basisch gemacht. „Das ist ein Standardverfahren und hat nichts mit den Keimen zu tun. Es soll so vermieden werden, dass in den Haushalten Kupferrohre korrodieren“, erläuterte Schmidt.

In Neumünster und elf Randgemeinden soll das Trinkwasser seit Mittwoch vergangener Woche abgekocht werden. Zuerst galt die Empfehlung für alle, später wurde sie wegen der nur geringen Verkeimung des Trinkwassers an der Nachweisgrenze auf Risikogruppen begrenzt.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 15:50 Uhr

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