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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 03:02 Uhr

Stadtwerke : Keimsuche: Ursache im Wasserwerk?

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Ergebnisse der nächsten Proben werden Ende der Woche erwartet

Neumünster | Muskelkraft war gestern im Wasserwerk der Stadtwerke (SWN) gefragt: Mit vereinten Kräften hievten vier Anlagenbauer der Firma Norddeutscher Rohr- und Anlagenbau Thomsen aus Stockelsdorf eine etwa 400 Kilogramm schwere Luftfilteranlage in die sogenannte Entsäuerungsanlage des Wasserwerks am Brüningsweg. Der Austausch des Filters ist die jüngste Maßnahme der Stadtwerke, um die Ursache der  Verkeimung des Trinkwassers zu finden. „Dort war eine minimal verkeimte Probe gefunden worden, die Anlage könnte also der Verursacher sein. Wir arbeiten uns von Probe zu Probe“, sagte SWN-Sprecher Nikolaus Schmidt.

Die alte Filteranlage stammte aus dem Jahr 1984, als die sogenannten Regelbehälter erbaut wurden. Das  sind zwei große Gebäude mit kuppelförmigen Dächern. In ihnen wird das Brunnenwasser, das in einem anderen Gebäude in riesigen Filterbehältern von Eisen und Mangan befreit wurde, mit Luft angereichert – die Entsäuerung. Durch die Anreicherung mit Luft wird der pH-Wert des Wassers von 7,3 auf 7,7 erhöht und damit basisch gemacht. „Das ist ein Standardverfahren und hat nichts mit den Keimen zu tun. Es soll so vermieden werden, dass in den Haushalten Kupferrohre korrodieren“, erläuterte Schmidt.

Die Luftfilteranlage mit sieben Filterschächten wurde gestern  montiert und desinfiziert, es wurde eine Probe genommen. „Wenn diese Probe sich als keimfrei erweist, kann die Anlage in Betrieb genommen werden. Alle Proben gehen ins Labor des UKSH in Kiel, die Auswertung dauert bis etwa Ende der Woche. Es muss Schritt für Schritt geschehen, damit wir die Ursache eindeutig einkreisen können. Wir müssen sicher sein,  dass diese Anlage reibungslos und keimfrei läuft“, so Schmidt.

Dass die gesamte Luftfilter-Anlage ausgetauscht wird, ist schon etwas Besonderes. Üblich ist, die sieben Grob- und Feinfilter-Vliese einmal jährlich auszutauschen, so Schmidt. Das Wasser läuft zurzeit über die zweite Entsäuerungsanlage.

Die abgeschwächte Empfehlung, das Trinkwasser nur für besonders geschwächte Personen wie ältere Menschen, Kranke, Kleinkinder und Säuglinge  abzukochen, besteht so lange weiter, bis Entwarnung gegeben wird. Auch  für die Behandlung offener Wunden oder medizinische Zwecke soll das Wasser nicht benutzt werden.  Schmidt betonte, dass es sich um Keime handle, die nicht zwingend krankheitserregend und für  gesunde Menschen nicht gefährlich seien.

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erstellt am 10.Aug.2016 | 08:15 Uhr

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