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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 03:17 Uhr

Thomas Diebold : Karstadt-Leiter im Interview: So geht es in Neumünster weiter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Karstadt-Filialleiter Thomas Diebold im Courier-Interview: In das Kaufhaus kommen jetzt mehr Besucher aus Skandinavien.

Neumünster | Seit Anfang August ist Thomas Diebold neuer Filialgeschäftsführer bei Karstadt. Der 59-jährige Flintbeker ist mit 40 Jahren Konzernzugehörigkeit ein alter Hase im Kaufhaus-Geschäft und berichtet im Courier-Interview, wie die unternehmensweite Neuausrichtung laufen soll – und wie sich Karstadt im harten Wettbewerb des Handels in Neumünster behaupten will.

Die Karstadt-Mitarbeiter haben schon einiges mitgemacht: 2009 die Insolvenz des Konzerns, 2015 dann die Nachricht vom geplanten Aus in Neumünster zum Mai 2016. Um so größer war die Erleichterung, dass die Sparkasse Südholstein das Gebäude kauft und Karstadt rettet ...

Diebold: „Ja, wir sind nach persönlichem Einsatz und Gesprächen von Karstadt-Chef Dr. Stephan Fanderl mit Sparkassen-Vorstand Andreas Fohrmann zu dem Entschluss gekommen, den Standort Neumünster weiter zu entwickeln. Die Mitarbeiter haben das sehr dankbar und freudig aufgenommen. Ich habe gleich an meinem ersten Tag erlebt, dass sie sehr engagiert sind. Die Sparkasse Südholstein ist kein ferner Fonds, sondern als Vermieter quasi in Sichtweite vor Ort und regional verankert. Wir arbeiten schon eng zusammen. Der Standort hier am Teich ist attraktiv.“

Karstadt hat einen neuen Mietvertrag über fünf Jahre und jetzt Zeit für die konzernweit laufende Neuausrichtung. Was ist geplant, was schon umgesetzt?

„Die Struktur, die wir einführen, ruht auf einem Drei-Säulen-Modell. Die erste Säule ist die Sparte Verkauf. Hier stehen Mitarbeiter nur für Beratung und Service zur Verfügung. Zweite Säule ist das Warenserviceteam für Logistik und Warenpräsentation. Dritte Säule ist eine zentrale Kasse mit speziell ausgebildeten Mitarbeitern für alle Zahlungsformen.“

Hat denn das klassische Kaufhaus noch eine Zukunft?

„Auf jeden Fall. Karstadt baut zum Beispiel in Berlin-Tegel gerade ein neues Kaufhaus. Stoffe, Kurzwaren, eine so große Auswahl an Haushaltswaren gibt es nur im Kaufhaus oder im kleinen Fachgeschäft, nicht im Outlet. Wir haben auch in Neumünster schon auf die Kundenwünsche und die Wettbewerbssituation reagiert und zum Beispiel Bettwaren neu ins Sortiment aufgenommen.“

Gibt es schon Pläne der Sparkasse und von Karstadt für die Zeit nach dem vorgesehenen Abriss des alten Gebäudes?

„Es gibt dazu noch keine Entscheidung, sondern zwei Optionen: Abriss und Neubau oder Umbau und Erweiterung. Wichtig ist zu sagen, dass sich die Filiale in Neumünster positiv entwickelt.“

Wird es Karstadt 2021 noch in Neumünster geben?

„Aus meiner Sicht: Ja, klar!“

Der Handel in Neumünster ist im Umbruch. Mit dem Designer-Outlet-Center und der Holsten-Galerie sind neue große Akteure auf dem Markt. Wie sehen Sie das?

„Wir merken schon, dass sich Kundenströme – auch durch das DOC – verändert haben. Es kommen mehr Skandinavier ins Haus. Und wir haben eine Verschiebung des Haupteingangs. Er liegt jetzt am Teich. Und ja, Konkurrenz belebt das Geschäft, aber es ist auch Konkurrenz. Wir müssen unsere eigenen Akzente gegenüber den Einkaufszentren setzen.“

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erstellt am 19.Okt.2016 | 08:15 Uhr

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