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Holsteinischer Courier

03. Dezember 2016 | 05:42 Uhr

Fabrikstrasse : Kammer für Pflegeberufe wird in Neumünster vorbereitet

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Errichtungsausschuss hat sein neues Büro an der Fabrikstraße bezogen.

Neumünster | Neumünster hatte eingeladen – und aus ganz Schleswig-Holstein strömten die Gratulanten an die Fabrikstraße. Gestern Vormittag eröffnete Gesundheitsministerin Kristin Alheit dort unter großem Beifall die Geschäftsstelle des Errichtungsausschusses der Pflegeberufekammer. Zu Gast waren neben Neumünsters Stadtrat Oliver Dörflinger auch Mitglieder des Sozialausschusses des Landtags sowie Vertreter anderer Heilberufekammern und Organisationen.

Bei der Pflegeberufekammer, die sich derzeit im Aufbau befindet, handelt es sich um eine berufsständische Kammer, ähnlich wie beispielsweise die Ärztekammer. Darin gebündelt sind alle Pflegefachpersonen (Altenpfleger, Gesundheits- und Krankenpfleger und Kinderkrankenpfleger), die in Schleswig-Holstein ihren Beruf ausüben. Mit rund 25  000 Mitgliedern wird sie die größte Kammer im Gesundheitswesen im Land sein. Das entsprechende Gesetz war im vergangenen Jahr im Landtag gegen den vehementen Protest der Opposition von SPD, Grünen und SSW verabschiedet worden.

Der Errichtungsausschuss hat nun die Aufgabe, den Aufbau der Kammer in ehrenamtlicher Tätigkeit umzusetzen. Zu den Kernaufgaben gehört unter anderem die Vorbereitung der Kammerwahl, die voraussichtlich Mitte 2018 stattfinden soll. Bereits eingerichtet wurden ein Haupt- und Finanzausschuss sowie ein Ausschuss für die Registrierung der Pflegekräfte. Darin sieht die Vorsitzende Patricia Drube eine Mammutaufgabe: „Wir haben in Schleswig-Holstein rund 25  000 Menschen, die in Pflegeberufen tätig sind, die aber bislang nicht registriert wurden und sich daher auch nicht artikulieren können“, sagt die Altenpflegerin und verweist auf den straffen Zeitplan: „Wir hoffen, dass wir 2017 alle Pflegekräfte erfasst haben.“

Kristin Alheit lobte gestern das Engagement der Mitglieder des Ausschusses, der sich aus 13 Pflegefachkräften aus Schleswig-Holstein sowie jeweils 13 Stellvertretern zusammensetzt: „Die Eröffnung ist ein sichtbares Zeichen für Ihre Arbeit im Sinne der Pflegekräfte im Land. Damit schaffen Sie eine zuverlässige Dialog- und Kontaktmöglichkeit auf dem Weg zur Pflegekammer. “

Dennoch seien noch nicht alle Vorbehalte gegenüber der neuen Kammer und einer Pflichtmitgliedschaft ausgeräumt, gab die Ministerin zu: „Natürlich werden sich immer noch Gegner finden. Aber wir stellen fest, dass sich der Anteil der Befürworter erhöht, sobald konkrete Informationen vorliegen. Wir sind daher zuversichtlich, dass wir durch Kommunikation viel erreichen können.“ In den kommenden Monaten seien daher Informationsveranstaltungen im ganzen Land geplant.

Dass Neumünster bei der Standortwahl die Nase vorn hatte, begründete Patricia Drube mit der guten Erreichbarkeit: „Dadurch können wir unsere Reisekosten reduzieren.“ Das freute auch Stadtrat Oliver Dörflinger: „Es ist schön, dass sie mit Neumünster einen zentralen Standort gewählt haben. Ich denke, dass Sie hier optimale Arbeitsbedingungen gefunden haben.“ „Nachbar“ auf Seite 9

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erstellt am 12.Aug.2016 | 08:00 Uhr

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