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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 09:07 Uhr

AEG/GE-Gelände : Käufer für alte Traditionsfabrik gesucht

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Das riesige Gelände am Berliner Platz steht leer. Diverse Nutzungen sind denkbar. General Electric sitzt jetzt an der Tungendorfer Straße

Neumünster | Die Pförtnerloge am Berliner Platz 2-6 ist schon länger verwaist. Der Konzern General Electric (GE) hat nach 68 Jahren seinen Sitz an die Tungendorfer Straße verlagert. Mit einem großen Banner an der Gebäudefront der Goethestraße sucht GE über einen Hamburger Makler einen Käufer für die Immobilie. Allein das Grundstück zwischen Goethe-, Christian- und Theodor-Storm-Straße ist knapp 22    500 Quadratmeter groß. Die Gebäude haben eine Nutzfläche von 20    400 Quadratmetern.

Für Neumünsters Stadtplanung ist das „eine absolut interessante Fläche an sichtbarer Stelle fast noch in der Innenstadt“, sagt Fachdienstleiterin Ute Spieler. Auf dem Grundstück ist eine gewerbliche oder gemischte Nutzung möglich. „Unsere Wunschvorstellung wären Bürodienstleistungen, also nicht störendes Gewerbe“, sagt sie. Die Stadt habe dem Makler aber auch vorgeschlagen, ins Gespräch zu kommen, wenn dieser Interessenten für betreutes Wohnen oder eine Hotelnutzung habe.

„Die Lage ist gut“, sagt auch Dr. Martina Tambert-Thomas vom Unternehmensverband (UV). „Für eine Produktion ohne Emissionen ist das ein tolles Gelände“, sagt sie und erinnert sich: „Als ich 1987 beim UV anfing, hatte die AEG dort noch fast 1500 Mitarbeiter.“ Zu Hoch-Zeiten waren in der 1947 gegründeten Schaltgerätefabrik sogar 2000 Menschen beschäftigt. 1985 wurde die AEG von Daimler Benz, zehn Jahre später dann von GE übernommen. Da zählte das Unternehmen noch 980 Beschäftigte, danach ging es bergab. Der Tiefpunkt war 2013 erreicht, als GE die Produktion nach Polen verlagerte. Nur 40 Arbeitsplätze waren übrig geblieben.

Inzwischen sind es wieder 60 Stellen und zusätzlich Leiharbeiter. „Wir haben Teile unserer Einschubfertigung für die Schaltschränke aus Polen zurückgeholt“, sagt der Betriebsratsvorsitzende Stefan Kaikowski als Grund. Eigentlich waren 2013 nur noch Reparaturen am Standort Neumünster geplant. „Aber dann zeigte sich, dass in Polen die Fertigung nicht in der Qualität und Termintreue zu machen war“, sagt Kaikowski. Den Umzug in den Gewerbe- und Service-Park Nord an der Tungendorfer Straße nennt er sinnvoll: „Der alte Standort war unrentabel. Jetzt sind die Arbeitswege viel kürzer.“

Das ist auch die Botschaft aus der Deutschland-Holding von GE in Frankfurt/Main. „Der neue Standort ist Engineering-Kompetenzzentrum sowie Zentrale für Service und Logistik in den Bereichen Schalt- und Stromversorgungsanlagen in Deutschland“, heißt es aus der Konzernzentrale. Der neue Sitz trage den „veränderten Anforderungen an Flächennutzung und Produktion sowie Ressourcenverbrauch Rechnung, welche am alten Standort nicht mehr gegeben waren.“

Betriebsratschef Kaikowski sieht GE im Gewerbepark gut aufgestellt: „Es sieht zurzeit nach recht ruhigem Fahrwasser aus.“

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erstellt am 21.Jan.2016 | 08:00 Uhr

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