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Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 15:22 Uhr

Agentur für Arbeit : Jens-Peter Stahl: „Ich habe Glück gehabt“

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der stellvertretende Leiter bei der Agentur für Arbeit geht nach 43 Jahren in den vorgezogenen Ruhestand

Neumünster | Bis zum 27. September muss Jens-Peter Stahl noch arbeiten, der Rest ist Urlaub und Zeitguthaben. Zum Endes des Jahres geht der stellvertretende Leiter der Agentur für Arbeit dann mit 60 Jahren in den vorgezogenen Ruhestand.

„Diese Entscheidung habe ich ganz bewusst getroffen“, sagt der Kieler, der im September 1973 beim Kieler Arbeitsamt seine Beamten-Ausbildung zum gehobenen Dienst begann und danach beim Landesarbeitsamt Kiel, der heutigen Regionaldirektion, tätig war. Im April 1992 wechselte Stahl als Personalleiter nach Neumünster. Seit 2004 ist er hier stellvertretender Agenturleiter.

Mehr als 43 Jahre bei der Agentur für Arbeit und mehr als 24 Jahre davon in Neumünster – „das ist für heutige Verhältnisse eine ungewöhnliche Arbeitsbiografie“, sagt Stahl. Er geht ganz offen mit einer Erkrankung um. 2009 wurde bei ihm Magenkrebs festgestellt, die OP war erfolgreich. „Damals habe ich den Entschluss gefasst, frühestmöglich aus dem Dienst in den Ruhestand zu gehen“, sagt Stahl und bezeichnet die Krebserkrankung sogar als „glückliche Fügung, dass ich in Neumünster blieb“.

Denn eigentlich lag schon der Marschbefehl in Richtung Pirmasens vor, wo Stahl kommissarischer Leiter werden sollte. „Wenn ich nach Pirmasens gegangen wäre ohne eine Untersuchung des Magenzwickens, das man leicht auf Stress hätte zurückführen können ...“, sagt Stahl, ohne den Satz zu beenden. „Mir geht es blendend. Ich habe Glück gehabt – und das zieht sich wie ein roter Faden durch meine Biografie.“

Als Glücksfall bezeichnet Stahl auch die lange Arbeit in und für Neumünster. Zweimal erhielt er das Angebot, nach Kiel an seinen Wohnort zu wechseln. Zweimal lehnte er ab, weil es ihm in Neumünster so gut gefällt.

„Als ich 1973 anfing, waren wir ein Amt mit Warteschlangen auf dem Flur. Bei der Kundenorientierung war deutlich Luft nach oben“, sagt Stahl und ist stolz, „daran mitgearbeitet zu haben, dass aus einer Behörde ein anerkannter Dienstleister geworden ist“. Seiner Meinung nach hat die Arbeitsagentur einen wesentlichen Beitrag zum sozialen Frieden geleistet. Stahl nennt die Wiedervereinigung, die Wirtschaftskrise mit dem Kurzarbeitergeld und nicht zuletzt Hartz IV als Stichworte. Stahl: „In der Arbeitsgemeinschaft von Stadt und Agentur haben die Kollegen sonnabends gearbeitet, damit die Menschen pünktlich ihr Geld bekommen.“ Heute würden die Fördermittel viel sinnvoller und gezielter als früher eingesetzt, sagt Stahl und ist sich sicher, dass die Kollegen auch die Herausforderung durch die Flüchtlinge meistern werden.

Im Ruhestand freut Stahl sich darauf, mehr Zeit für das Hobby Golf zu haben, und möchte sich auch mehr bei der Betreuung der Enkel Jette, Benno und Bosse betätigen. Stahl ist glücklich mit seiner Frau Jutta verheiratet und hat zwei erwachsene Kinder, Christine und Helge. 2017 soll es 900 Kilometer per Rad in die fränkische Schweiz gehen. „Meine Frau kommt mit dem Auto nach“, sagt Jens-Peter Stahl.  

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erstellt am 14.Sep.2016 | 07:00 Uhr

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