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Holsteinischer Courier

02. Dezember 2016 | 23:24 Uhr

Demonstration : Jemen-Flüchtlinge wünschen sich eine Entscheidung

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Etwa 70 Flüchtlinge protestierten vor der Erstaufnahme am Haart / Sie wünschen sich eine Einstufung des Jemen als unsicheres Herkunftsland

Neumünster | Drei Stunden lang gab es gestern einen kleinen, friedlichen Menschenauflauf vor der Erstaufnahme am Haart: Rund 70 Flüchtlinge aus dem Jemen protestierten mit Plakaten gegen die Einstufung ihres Heimatlandes als sicheres Herkunftsland. Denn das bedeutet jahrelange Aufenthaltszeiten und keine Teilnahme an Integrationskursen. Das aber sorgt bei den Betroffenen für Unsicherheit, Unmut und Ratlosigkeit.

Die inzwischen beschleunigten Asylverfahren gelten für Menschen aus dem Jemen nicht. Teilweise sind die Flüchtlinge schon drei oder vier Jahre im Lande – und zur Untätigkeit verdammt.

Wasim Almashragi (33), von Beruf Elektriker, ließ Familie und Kinder zurück. Moussa Al-Salehi (30) ist Apotheker, der Demo-Organisator Mohammed Al-Moghalles (32) studierte Maschinenbau in Deutschland, beantragte im Oktober 2014 Asyl. Für alle war der Krieg der Fluchtgrund. „Im Gegensatz zu Menschen aus Syrien oder Eritrea können wir nicht arbeiten, nur schwierig an Deutsch- oder Integrationskursen teilnehmen. Dabei ist Sprache am wichtigsten für die Integration“, sagt Al-Moghalles. Sie wollten gestern mit ihrer Aktion die Öffentlichkeit auf dieses Problem aufmerksam machen – und die Transparente waren deutlich: „Im Jemen gibt es ein Krieg, keine Krise“ – „Wir wollen lernen + hier integrieren“.

So lange sich ihr Status nicht ändert, sind die Jemeniten zur Untätigkeit verdammt. „Viele sind nach der Flucht traumatisiert, verlieren dann die Hoffnung“, so der Organisator.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 07:00 Uhr

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