zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

25. Juni 2016 | 18:01 Uhr

Slevogtstrasse: : Integrationsverein sucht eine neue Bleibe

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

SPD mahnt die Stadt, ehrenamtliche Helfe nicht zu verprellen

Neumünster | Nach dem Aus für ein Heim für jugendliche Flüchtlinge an der Slevogtstraße entspinnt sich jetzt ein Parteienstreit um die künftige Nutzung des ursprünglich dafür vorgesehenen Gebäudes Slevogtstraße 31. Die SPD sieht vor allem die ehrenamtliche Integrationsarbeit des jungen Vereins „Openhaart“ gefährdet, der in dem ehemaligen Jugendheim mit Kindern aus dem Stadtteil und der zentralen Aufnahmestelle am Haart arbeitet.

Vor einem Abriss des Gebäudes sollte die Stadt ein schlüssiges Konzept vorlegen, wie es mit dem Verein weitergehen kann, fordert SPD-Ratsherr Bernd Delfs. „Dass man die Abrissgenehmigung schon in der Tasche hat, ist ja für sich noch kein Grund, um tatsächlich abzureißen“, sagt Delfs. Darüber hinaus meldet er Bedenken an, ob das Gelände überhaupt wie geplant bebaut werden kann. Mehr Klarheit erhofft sich der Ratsherr aus den Antworten auf eine Kleine Anfrage, mit der er das Thema am 15. März in den Rat tragen will.

Zur Erinnerung: Die Stadt wollte das 2600 Quadratmeter große Gelände an den Hamburger Jugendhilfeträger „Sternipark“ verkaufen, der auf dem Gelände eine Einrichtung für jugendliche Flüchtlinge bauen und betreiben sollte. Nach heftigen Protesten aus dem Stadtteil hatte Oberbürgermeister Dr. Olaf Tauras die Pläne überraschend zurückgezogen. Dennoch will die Stadt das marode frühere Jugendheim abreißen und das Gelände verkaufen.

Die CDU kündigte an, sich für eine Bebauung mit Ein- oder Zweifamilienhäusern einzusetzen. Der Bedarf an entsprechenden Bauplätzen in der Stadt sei ungebrochen, begründete Ratsfrau Helga Bühse (CDU) gestern den Vorstoß.

Die SPD steht einer Bebauung nicht grundsätzlich entgegen, will aber im Rat mögliche Hemmnisse hinterfragen. So könnten etwa alter Baumbestand, ein auf dem Gelände stehendes Trafohäuschen und ein benachbarter Bolzplatz die Vermarktung erschweren. Den Spielplatz will Bernd Delfs allerdings „auf jeden Fall gesichert wissen“. Vor allem aber sollte die Zukunft des Vereins „Openhaart“ gesichert sein, fordert Delfs: „Die Stadt sollte nicht ohne Not Helfer verprellen, die sich ehrenamtlich um Integration bemühen.“

Als Ersatz für das marode Jugendheim hatte die Stadt dem Verein die Uker Halle in Faldera angeboten. Das kommt für den Verein allerdings nicht in Betracht. Die Uker Halle sei zu weit entfernt, die Jugendlichen hätten kaum die Möglichkeit , dort hinzugelangen, sagte gestern der Vereinsvorsitzende Roman Wagner: „Wir hoffen auf eine neue Bleibe in Ruthenberg, möglichst im Umfeld der Erstaufnahme.“

Der zurzeit 22 Mitglieder starke Verein „Openhaart“ ist erst seit Ende 2015 im Vereinsregister eingetragen. Vereinsziel ist unter anderem, Ruthenberger Jugendliche mit jungen Flüchtlingen aus der Erstaufnahme in Kontakt zu bringen, um damit Vorurteile abzubauen. Derzeit bietet „Openhaart“ an der Slevogtstraße fünfmal in der Woche Spiele, Deutsch- und Englischkurse sowie eine Informationsbörse am Computer an.

Der Nutzungsvertrag für das Gebäude läuft zum 31. März aus.

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 24.Feb.2016 | 08:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Diskutieren Sie mit.

Die Kommentare wurden für diesen Artikel deaktiviert