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Holsteinischer Courier

04. Dezember 2016 | 02:59 Uhr

Brandschutzausschuss : In Schulen fehlen Fluchtwege

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Berufsfeuerwehr schlägt Alarm / Prekär ist die Lage in der Grundschule an der Schwale

Neumünster | Fast die Hälfte der Schulen in Neumünster entspricht derzeit nicht den aktuellen Brandschutzvorschriften. „Ich gehe davon aus, dass bei etwa 40 Prozent der Einrichtungen der vorgeschriebene zweite Fluchtweg über eine Treppe fehlt“, erklärte Henning Liebke von der Berufsfeuerwehr am Dienstagabend im Brandschutzausschuss.

Früher habe ein großes Fenster in oberen Stockwerken für die Bauabnahme genügt. Dort sollte im Brandfall die Feuerwehr mit ihrer Drehleiter die Mädchen und Jungen retten. Mittlerweile aber gibt es nicht nur verschärfte Vorschriften. Auch die Zahl der Schüler sei gestiegen, eine Rettung aller Betroffenen im Notfall über die Drehleiter könne die Feuerwehr nicht mehr gewährleisten. „Hinzu kommt, dass durch die Inklusion oft auch gehandicapte Mädchen und Jungen dabei sind“, sagte Liebke. Als besonders prekär bezeichnete er die Lage in der Schule an der Schwale. Hier fehlten gleich drei Flucht-Treppen. Die Ausschussmitglieder reagierten alarmiert. Geld stünde zwar bereit, werde aber nicht verbaut, so die Kritik, die etwa Arno Jahner (SPD) vortrug.

Es war nicht das einzige Mal, dass gegen die Bauverwaltung gewettert wurde. Stadtbrandmeister Dr. Klaus-Peter Jürgens beklagte, dass die Sanierung des Wehrhauses in Gadeland nur schleppend vorangehe. Eklatante Mängel würden nicht beseitigt. „Das Bauamt bewegt sich da wie eine angenagelte Schnecke“, polterte er. Immerhin: Die Pläne für die Erweiterung des Wehrhauses in Einfeld lägen nun vor. Hier sollen neue Umkleiden und ein Wehrführer-Dienstbüro ergänzt werden (der Courier berichtete).

Weiteres Thema im Ausschuss war der Haushalt. Geld braucht die Feuerwehr im Doppelhaushalt 2017/2018 unter anderem für neue Fahrzeuge. In Einfeld soll ein neues Löschfahrzeug für 250  000 Euro gekauft werden, die Jugendfeuerwehr benötigt einen Mannschaftstransportwagen für 60  000 Euro. Bei der Berufsfeuerwehr stehen ein neuer Einsatzleitwagen (130  000 Euro) und ein Kleinlaster zur technischen Hilfeleistung, etwa zum Transport von Tierkadavern (100  000 Euro), auf der Liste. Der Rettungsdienst soll in beiden Jahren insgesamt vier Rettungstransportwagen (1,04 Millionen Euro) sowie 2017 zwei Krankentransportwagen (300  000 Euro) und ein Notarzt-Fahrzeug (160  000 Euro) erhalten. Die Kosten hierfür übernehmen die Krankenkassen.

Im Katastrophenschutz wird eine neue Technik-Gruppe der Regie-Einheit installiert, für die ein Lichtmastanhänger mit Stromaggregat (92  000 Euro) vorgesehen ist. Zudem soll es zwei Krankentransportwagen für 220  000 Euro geben. Geld braucht die Feuerwehr auch für
die Komplettprüfung des Teleskopmastes, die Umsetzung des Projektes „Feuerwehr 2025“ und zusätzliches Personal.

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erstellt am 17.Nov.2016 | 08:30 Uhr

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