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Holsteinischer Courier

26. Juni 2016 | 13:56 Uhr

Boostedt : In der Kita fehlen 44 Plätze

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Der Sozialausschuss beschäftigt sich am Montag mit dem Thema. Im Bereich unter und über drei Jahren gibt es wesentlich mehr Anmeldungen als Plätze.

Boostedt | Die Boostedter Kita hat ein Betreuungsproblem. „Wir haben für das nächste Kindergartenjahr mehr Anmeldungen, als Plätze zur Verfügung stehen“, sagte der Leiter der evangelischen Kindertagesstätte, Hartmut David, dem Courier.

Obwohl Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf einen Betreuungsplatz haben, sobald das Kind das erste Lebensjahr vollendet hat, sieht es momentan für viele Kinder schlecht aus. „Für die Regelgruppe sind 39 Anmeldungen eingegangen, wir haben aber nur 20 freie Plätze“, schilderte der Leiter. Noch problematischer ist es für Kinder unter drei Jahren: „In der Krippe gibt es 20 freie Plätze, aber 45 Anmeldungen.“ Momentan gibt es 163 Kinder in 10 Gruppen bei 26 Betreuern. Einfach mehr Kinder in die Gruppen zu geben, ist keine Lösung, denn ein Betreuungsschlüssel ist gesetzlich vorgeschrieben. So müssen für eine Krippengruppe von 10 Kindern 2,4 Betreuer da sein, eine Regelgruppe muss von 1,9 qualifizierten Betreuern geführt werden. „Wir wünschen uns mehr Räume und Personal“, so der klare Appell von Hartmut David.

Anna Detlef (27), Mutter dreier Kinder, wohnt mit ihrer Familie seit Kurzem im Neubaugebiet und sucht händeringend Betreuungsplätze. „Ich habe Hannah im vergangenen Jahr angemeldet und nun eine Absage bekommen.“ Die gelernte Altenpflegerin muss im Sommer wieder arbeiten und braucht dringend für ihre Tochter Hannah (2) einen Krippenplatz. Ihre Tochter Ida (4) ist zurzeit in Gadeland in der Kita, aber um im Dorf anzukommen, hält die gebürtige Boostedterin Anna Detlef eine Unterbringung im Heimatort für unerlässlich: „Boostedt präsentiert sich familienfreundlich, aber bis jetzt fühle ich mich von der Ortspolitik allein gelassen.“ Dem Ortspolitiker und Vorsitzenden des Ausschusses für Jugend, Sport, Senioren und Soziales, Hans-Heinrich Duggen (SPD), ist die Situation bekannt. Er sagte dazu: „Das Betreuungsproblem in diesem Ausmaß ist neu. In Anbetracht des Neubaugebiets und der möglichen Integration von Flüchtlingskindern müssen wir längerfristige Lösungen finden. Die Kapazität der Kita reicht dafür nicht.“ Als längerfristige Lösungen kämen zum Beispiel ein Standortwechsel, ein Erweiterungsbau oder ein zusätzlicher Träger in Betracht. „Wir müssen zunächst das akute Problem lösen. Nach jetzigem Kenntnisstand bevorzugt die SPD im Moment eine Containerlösung.“

Am kommenden Montag findet ab 20 Uhr in der Amtsverwaltung eine öffentliche Sitzung des Sozialausschusses statt. Dann wird die Gemeindevertreterin und ehemalige Vorsitzende Marina Weber (FWB) einen Vorschlag einbringen: „Nachgedacht werden muss darüber, ob wir die Feuerwehr schnellstens in die ehemalige Kaserne einbinden und im alten Gebäude zusätzliche Kitagruppen gründen.“

Dazu sagte Duggen: „Das ist eine Möglichkeit, wobei sich die Frage stellt, ob das in kurzer Zeit realisierbar ist.“

 




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