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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 17:40 Uhr

Arpsdorf : In 80 Metern Höhe werden neue Stromkabel verlegt

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Spannende Arbeiten in der Gemarkung Arpsdorf: Der Helikopter bringt die Vorseile, die Arbeiter montieren.

Arpsdorf | „Jungs, für heute brechen wir ab!“, lautete die Anweisung per Funk. Am Donnerstagnachmittag endete der Arbeitseinsatz für die Monteure der Firma LTB Leitungsbau bereits um 14.30 Uhr. Zehn Mitarbeiter des Dresdner Unternehmens waren in der Gemarkung Arpsdorf unterwegs, um die Kabel an den neuen Hochspannungsmasten anzubringen. Grund für den Rückzug: der auffrischende Wind.

Den Befehl zum Abstieg gab der Projektleiter der Firma LTB übers Walki Talki. Anders hätte er seine Mitarbeiter nicht erreicht, denn die Monteure standen wie Seeleute auf einem großen Segelschiff auf den Querverstrebungen der riesigen Strommasten, um ihre Arbeit zu verrichten. Über 80 Meter mussten die jungen Männer auf Stahlleitern zurücklegen, um wieder festen Boden unter den Füßen zu haben. „28 Knoten Windgeschwindigkeit sind zu gefährlich“, erklärte der leitende Mitarbeiter des Dresdner Leitungsbauunternehmens. „Nicht für die Monteure, die Jungs sind tough. Ihre Tauglichkeit in großen Höhen zu arbeiten, müssen sie alle zwei Jahre unter Beweis stellen“, erklärte der Vorarbeiter. Es sei der Hubschrauber, der bei diesen Windgeschwindigkeiten seinen Kurs nicht halten könne, so der Fachmann.

Auf den Helikopter sind die Monteure jedoch angewiesen. Er transportiert die Vorseilleine von Mast zu Mast, die Arbeiter nehmen sie in Empfang und fädeln sie auf eine Art Spule. An der Vorseilleine hängt ein 13er-Flechtstahl, gefolgt von einem 24er-Flechtstahl. Als Bündel mit jeweils vier Seilen werden sie so von Mast zu Mast gezogen. Statt der sechs Kabel an den alten Masten, führen die neuen Masten nun 24 Kabel. Der Stromfluss vervierfacht sich.

Arpsdorfs Bürgermeister Peter Thomsen zeigt sich zufrieden. „Das ist ein weiterer Schritt für die Energiewende“, sagte der Gemeindechef. Die Kooperation mit dem Stromnetzbetreiber funktioniere gut. „Die Tennet hat uns in die Trassenplanung mit einbezogen, und so konnten wir als Gemeinde darauf achten, dass die Stromleitungen abseits der Gehöfte laufen“, sagte Thomsen. Nach diesen Erfahrungen gehe er davon aus, dass die entstehenden Flurschäden einvernehmlich beseitigt werden, so der Arpsdorfer Bürgermeister.

„Die Verlegetechnik in 80 bis 90 Metern Höhe wenden wir an, um Flurschäden so gering wie möglich zu halten. Mit schwerem Gerät am Boden wäre der Schaden um ein Vielfaches höher“, unterstrich der Projektleiter Thomsens Anliegen.

Acht Kilometer Hochstromkabel verlegt das Team der LTB Leitungsbau in einer Stunde – wenn die Wetterverhältnisse es zulassen. Ende 2017 wollen die Mitarbeiter von LTB Leitungsbau Hamburg erreicht haben. Ein weiteres Stück Richtung Energiewende wäre dann erreicht. 

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erstellt am 09.Okt.2016 | 12:00 Uhr

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