zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

08. Dezember 2016 | 03:12 Uhr

FEK : Im 2. Bauabschnitt wurden 10 Millionen Euro gestrichen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Die Pläne und Finanzierung stehen / 2020 soll alles fertig sein / Aber der Hubschrauberlandeplatz muss aufs Dach verlegt werden

Neumünster | Nach viel Rechnerei und unendlich vielen Planungsrunden stehen das Konzept und die Finanzierung für den 2. Bauabschnitt (2. BA) des „neuen“ Friedrich-Ebert-Krankenhauses (FEK). Im Februar 2017 geht es (sichtbar) los mit dem Abriss des Südflügels vom 70er-Jahre-Bau. 2020 soll alles fertig sein, so der Plan.

Den stellten die FEK-Bosse und der neue Generalplaner Uwe Mumm (Bergenhusen) gestern vor. Rein äußerlich wird der 2. BA umgesetzt wie ursprünglich geplant, nämlich spiegelbildlich zum (fertigen) 1. BA. Aber hinter den Mauern hat Uwe Mumm reichlich umgeplant. „Ich sollte 10 Millionen Euro der Kosten streichen. Das ist gelungen“, sagte Mumm. Er hatte den Auftrag bekommen, nachdem beim 1. BA einiges schief gelaufen war und das FEK sich von dem Architekten getrennt hatte (der Courier berichtete).

Es entsteht ein zweites, L-förmiges Bettenhaus mit 244 Betten (u.a. Innere Medizin, Geriatrie, Psychiatrie, Neurologie, Palliativ) und ein Funktionsgebäude mit 58 Betten; dort hat Mumm das geplante Atrium (wie im 1. BA) gestrichen und durch zwei einfache Lichthöfe ersetzt. In dem Gebäude werden unter anderem die Intensivstation und die Notfallaufnahme untergebracht. „In der jetzigen Ambulanz geht es teilweise chaotisch zu“, räumte FEK-Geschäftsführer Alfred von Dollen ein. Sie ist auf 5000 Patienten im Jahr ausgelegt, aber mittlerweile kommen 32 000 Menschen. „Die Menschen werden älter und kränker. In der neuen Ambulanz werden wir ein komplett neues System haben, besser für Patienten und Mitarbeiter“, sagte Dr. Ivo Heer, der Ärztliche Direktor.

Der 2. BA soll nun 78 Millionen Euro kosten (gegenüber 54 Millionen aus der ersten Planung von vor zehn Jahren). Das Kieler Sozialministerium hat seine Förderung nach harten Verhandlungen um 27 auf 65,3 Millionen Euro aufgestockt. „Das war der Befreiungsschlag. Sonst wäre es nicht gegangen“, sagte von Dollen. Das Krankenhaus selbst bringt 12,8 Millionen Euro auf. „Die erwirtschaften wir selber, weil das FEK nachhaltig schwarze Zahlen schreibt“, sagte Matthias Lau, Vorsitzender des Aufsichtsrats. Er will streng auf Kostendisziplin achten. „Zu nachträglichen Änderungswünschen aus den Abteilungen werden wir kompromisslos ,Nein’ sagen, denn die sind immer teuer“, so Lau. Nicht wehren konnte er sich gegen eine neue EU-Richtlinie: Der Hubschrauberlandeplatz muss vom Grundstück auf das Dach des neuen Gebäudes verlegt werden (2,5 Millionen Mehrkosten).

Wenn 2020 alles fertig ist, wird das FEK 60 Betten mehr haben als heute, und die werden auch gebraucht. Gestern war das Krankenhaus zu 98,5 Prozent belegt, was für den Sommer sensationell gut ist. Und im ganzen Neubau wird es maximal drei Betten im Zimmer geben. Die Zeiten von Vier- und Mehrbettzimmern sind dann vorbei.

zur Startseite

von
erstellt am 16.Jul.2016 | 08:45 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen