zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

02. Dezember 2016 | 21:17 Uhr

Steueratlas : IHK fordert: Gewerbesteuer muss runter

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neumünster hat die vierthöchsten Sätze im Land

Neumünster | Die Stadt baut weiter Schulden ab und kann in diesem Jahr mit Gewerbesteuereinnahmen in Rekordhöhe rechnen. Etwa 42 Millionen Euro werden es sein, so die Schätzung der Kämmerei (der Courier berichtete). Das liegt an der gut  laufenden Konjunktur, aber auch an hohen Hebesätzen für die kommunale Steuer.

Erst 2015 hatte die Stadt diese Steuer für Unternehmen auf 410 Prozentpunkte erhöht. 2011 lag der Satz noch bei 390 Prozent und davor nur bei 375 Prozent. Diese stetig steigende Steuer- und Abgabenlast  schrecke Unternehmer langfristig ab, kritisierte Friederike C. Kühn, die Präsidentin der Industrie- und Handelskammer Schleswig-Holstein, bei der Vorstellung des Realsteueratlas’ 2016. In dem listet die IHK  die Sätze der Gewerbe- und Grundsteuer auf – Gemeinde für Gemeinde. Neumünster liegt mit an der Spitze. Höhere Sätze haben nur Lübeck (450), Norderstedt (440) und Kiel (430 Prozent).

„Die angespannte finanzielle Situation einer Kommune darf nicht reflexartig zu Steuererhöhungen führen. Außerdem sollte in Zeiten hoher Steuereinnahmen auch eine Absenkung des Hebesatzes erfolgen, was leider der Ausnahmefall ist“, sagte Kühn.

Ihre Forderung trifft in der Wirtschaft auf volle Zustimmung. „Frau Kühn hat den Nagel auf den Kopf getroffen“, sagte Kreishandwerksmeister Michael Kahl. Abgaben müssten sein, dürften aber nicht ständig erhöht werden. „Die Konjunktur läuft momentan gut, aber das kann sich wieder drehen, und dann tun hohe Abgaben doppelt weh“, so Kahl.  Der Vorsitzende des Unternehmensverbands Mittelholstein (UVM), Jens van der Walle, sieht das auch so. „Man darf den Bogen nicht überspannen. Neumünster hat die Höchstgrenze erreicht. Steuersätze sind Standortfaktoren“, sagte der UVM-Vorsitzende zum Courier.

Bianka Lohmann, Geschäftsführerin beim UVM in Neumünster, mahnt: „Die stetige Erhöhung der Abgabenlast bremst die Investitionsbereitschaft der Unternehmer.“ Und Lutz Kirschberger von  der IHK in Neumünster fügt hinzu: „Das Steueraufkommen steigt, da muss auch mal wieder etwas zurückgegeben werden. Das wäre ein positives Signal für weitere Firmenansiedlungen. Es kann nicht immer nur nach oben gehen“,  kritisierte der Leiter der Geschäftsstelle am Sachsenring.

zur Startseite

von
erstellt am 29.Okt.2016 | 09:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen