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Bordesholm : „Ich will ja nicht blind wählen“

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Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Franziska Kälbert (19) und ihre Mitschüler aus der Oberstufe der Hans-Brüggemann-Schule diskutierten mit sieben Politikern.

Bordesholm | Um im großen Wahljahr 2017 einen lebendigen Austausch mit Politikern vor Ort zu erfahren, hat die Oberstufe der Hans-Brüggeman-Schule in Bordesholm  eine Podiumsdiskussion mit Vertretern von sieben Parteien veranstaltet. 150 Schüler des 11., 12. und 13. Jahrgangs verfolgten in der proppevollen Aula, wie Hauke Göttsch (CDU), Dr. Ralf Stegner (SPD), Christopher Vogt (FDP), Anke Erdmann (Grüne), Silke Hammer (AFD), Friederike Mey (Piraten) und Stefan Karstens (Die Linke) sich den Schülerfragen zum Thema „Bildung in der Zukunft“ stellten.

Die Veranstaltung hat der Schülervertreter (SV) Ole Schümann (20) moderiert. „Ich kann jeder nachfolgenden Schülervertretung nur empfehlen, in Wahljahren diese Veranstaltung zu wiederholen. Es war sehr interessant und lehrreich“, meinte der Zwölftklässler. „Der Wunsch nach dieser Diskussionsrunde kam aus der Oberstufe, die Schüler haben den Ablauf geplant und die Fragen vorbereitet“, erklärte der stellvertretende Schulleiter, Jan Thomsen. Er begrüßte das politische Interesse der Schüler, tat sich im Vorfeld aber schwer mit der Frage, ob die AFD einzuladen sei. „Wir haben lange überlegt, wollen aber die Werte der Demokratie als höchstes Gut praktizieren“, erklärte Jan Thomsen.

Eine gute Stunde nahmen sich die Politiker Zeit, um zunächst ihr Bildungsprogramm zu präsentieren und sich im Anschluss den Fragen der Jung-Wähler zu stellen. Das Wahlalter von 16 Jahren, individuelle Leistungsförderung, die Zukunft von Gemeinschaftsschulen mit gymnasialer Oberstufe und die berufliche Bildung von Flüchtlingen beschäftigte die Schüler.

Franziska Kälbert (19) belegt im 13. Jahrgang das Profil Wirtschaft-Politik und resümierte: „Ich fand die Veranstaltung sehr lehrreich. Teilweise sind die Befragten zwar vom Thema abgekommen, aber dafür haben sie neue Bereiche angesprochen. Ich fand die Grünenvertreterin und Ralf Stegner überzeugend, auch wenn man aufpassen muss, sich nicht zu sehr von der Persönlichkeit vereinnahmen zu lassen.“ Sie will sich daher vor der Landtagswahl die Wahlprogramme der Parteien vornehmen und durchlesen. „Natürlich, ich will ja nicht blind wählen“, sagte die SV-lerin.

Lia-Milena Flores (15) aus dem zehnten Jahrgang bekannte: „Ich hatte es mir langweiliger vorgestellt. Es war amüsant zu erleben, wie sich die Politiker behakten. Auch wenn ich noch nicht wählen darf, war meine Erwartung, mehr über die parteipolitischen Bildungsprogramme zu erfahren, und das habe ich auch.“

Moderator Ole Schümann meinte im Anschluss: „Spannend war auch zu sehen, wer sich Notizen macht und wer nicht. Wen ich wähle, weiß ich erst, wenn ich mir die Wahlprogramme durchgelesen habe. Für mich persönlich fallen die Parteien am Rande des Spektrums raus, aber einladen mussten wir sie. Sie gehören zur Demokratie und müssen respektiert werden.“ 


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erstellt am 19.Mär.2017 | 09:00 Uhr

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