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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 22:19 Uhr

Bauausschuss : ICE-Züge: Bahn bremst Ausschuss aus

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Wiederaufnahme der schnellen Verbindungen nach Berlin, Köln oder Dänemark in weiter Ferne. Neuer Vorschlag für WC-Häuschen am See

Neumünster | Die Hoffnungen auf schnelle Bahnverbindungen zwischen Neumünster und innerdeutschen oder dänischen Metropolen sind wieder in weite Ferne gerückt. In einem Schreiben an den OB lehnt die Bahn die Wünsche aus der Politik nach zusätzlichen ICE-Verbindungen ab. Auch die schnelle Wiederaufnahme einer ICE-Direktverbindung Kiel – Berlin mit Zwischenstopp in Neumünster steht für die Bahn offenbar nicht zur Debatte.

In dem Brief bekennt sich die Bahn zwar zu Neumünster als „wichtigem Fernverkehrshalt“, bleibt in der Sache jedoch hart. Im Falle der Direktverbindung Neumünster – Berlin verweist die Bahn schlicht auf die Umstellung des bundesweiten Fahrplans zum Jahreswechsel 2015/16, der „derzeit leider keine geeignete Verlängerung der aus Berlin kommenden ICE-Züge weiter von/nach Neumünster und Kiel“ ermögliche. Aus Sicht der Bahn würde sie zu Lasten der Nahverkehrsangebote auf der Strecke Westerland – Kiel /Hamburg gehen. Erst zum Dezember 2016 nach Abschluss einer Großbaustelle auf der Saalebahn soll es wieder einen direkte ICE-Anbindung nach Berlin geben, dann aber zur Tagesmitte.

Die Einstellung dieser Direktverbindung zum Jahresende war letztlich Auslöser einer überparteilichen Initiative im Bau- und Planungsausschuss. Auf Antrag der CDU hatte der Ausschuss die Bahn aufgefordert, die direkte ICE-Verbindung nach Berlin wieder aufzunehmen und darüber hinaus mindestens eine ICE-Verbindung pro Tag von und nach Köln, Frankfurt und Aalborg in Dänemark aufzubauen. Die Bahn lehnt das ab, und verweist stattdessen auf ein breites Angebot von Alternativzügen und -verbindungen. So halten im aktuellen Fahrplan etwa 16 Fernverkehrszüge in Neumünster. Neumünsteraner könnten so etwa Berlin, Dresden, Köln, Frankfurt, Stuttgart, München und Zürich umsteigefrei erreichen. Das Antwortschreiben der Bahn an den OB ist Thema auf der nächsten Sitzung des Bauausschusses.

Einen neuen Vorschlag gibt es auf der selben Sitzung zum barrierefreien Ausbau der Toilettenhäuschen am Einfelder See. Nach dem heftigem Rumoren im Ausschuss über die als extrem hoch empfundenen Ausbaukosten von über 210 000 Euro schlägt die Stadt jetzt vor, nur die WC-Anlagen im DLRG-Gebäude durch einen barrierefreien, beheizbaren Neubau zu ersetzen. Veranschlagte Kosten: rund 172 000 Euro.

Alternativ könnte der Bau ohne Heizung und Wärmedämmung nur für die Nutzung im Sommer erstellt werden. Die Kosten würden dadurch nach Berechnungen der Stadt auf rund 121 000 Euro sinken. Den barrierefreien Ausbau der bestehenden Anlagen im DLRG-Gebäude (ohne Neubau) veranschlagt die Stadt als günstigste Variante mit rund 73 500 Euro.

Der Bauausschuss tagt am Donnerstag, 2. Juni, ab 17.30 im Neuen Rathaus (Raum2.5/2.6). Als weitere Themen stehen der Lärmaktionsplan, die Verkehrssituation auf der Kreuzung am Gänsemarkt sowie das Innenstadtkonzept auf der Tagesordnung.

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erstellt am 18.Mai.2016 | 12:00 Uhr

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