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Holsteinischer Courier

10. Dezember 2016 | 17:46 Uhr

Statistikamt : Hotels hatten weniger Buchungen

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Im ersten Halbjahr gab es 74000 Übernachtungen. Großbauvorhaben sorgten 2015 noch für eine Sonderkonjunktur, die nun fehlt

Neumünster | Jahrelang hatte der Trend bei den Übernachtungen in den Hotels, Pensionen und der Jugendherberge Kiek In nur eine Richtung: Es ging nach oben, in manchen Jahren mit zweistelligen Zuwachsraten. Das ist vorbei, wie die jetzt vom Statistikamt Nord veröffentlichten Daten zeigen. Danach gingen die Übernachtungen im ersten Halbjahr um 0,8 Prozent auf knapp 74  000, die Zahl der Ankünfte um 2 Prozent auf 37  665 zurück. Ob die Rekordzahl des vergangenen Jahres mit 161000 Übernachtungen wieder erreicht werden kann, ist daher fraglich.

„Die Belegungszahl geht zurück. 2015 gab es aber auch eine Sonderkonjunktur durch die großen Bauvorhaben“, sagte Marlies Möller vom Parkhotel. Der Bau der Holsten-Galerie und die Erweiterung des Designer-Outlet-Centers bescherten zusätzliche Gäste, und zur Nordbau ist natürlich wieder alles ausgebucht.

„Dass die Zahlen leicht zurückgehen, wundert mich nicht. Ein Einbruch ist das aber nicht“, sagte Arne Lewandowski, der beim Fachdienst Stadtplanung die Tourismusstrategie verantwortet. Neumünster sei immer noch ein Standort für Geschäftsreisende. „Die Hotels leben davon, zur Nordbau ausgebucht zu sein“, so Lewandowski. Hinzugekommen sei der Einkaufstourismus. In der zweiten Jahreshälfte könne Neumünster zudem noch mit dem Weihnachtsmarkt punkten. „Vor allem Dänen sind da sehr angetan und starten von Neumünster aus Touren zu den Weihnachtsmärkten“, sagte Lewandowski.

Im Hotel Altes Stahlwerk kann Christina Storch nichts von von einer Stagnation bemerken. „Bei uns gehen die Zahlen nach oben“, sagte sie. Das Stahlwerk sei ein beliebter Übernachtungs-Stopp für Reisende zu den Inseln, nach und von Skandinavien. „Wir haben hier viele Spontanbucher“, sagte Christina Storch. „Auch von der Kieler Woche und vom Wacken Open Air haben wir profitiert, das Hauptgeschäft sind aber Tagungen und ihre Besucher“, so Christina Storch. Dass immer mehr Hotel-Besucher Neumünster mit Einkaufserlebnis verbinden, können Christian Storch und Parkhotel-Direktorin Marlies Möller gleichermaßen bestätigen. „Vor allem Skandinavier buchen ein bis zwei Tage für die Shopping-Tour“, sagte Marlies Möller.

Im Kiek In an der Gartenstraße mag Susanne Grund, die kaufmännische Leiterin, nicht klagen. Im Gegenteil. „Bei der Jugendherberge läuft es sehr gut. Die Buchungen liegen deutlich über denen des Vorjahres. Wir heben uns da auch von anderen Jugendherbergen ab“, sagte sie und bezifferte den Zuwachs mit gut 15 Prozent.

Vor allem der Radtourismus boomt. Im Sommer buchten viele Radlergruppen die Jugendherberge. Im Internat sind die Zahlen konstant oder leicht verbessert. Im Hotelbereich fehlten dagegen die Übernachtungen der Flüchtlinge. 2015 gab es allein 2000 Übernachtungen durch einquartierte Flüchtlinge – auch das war ein Sondereffekt.

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erstellt am 24.Aug.2016 | 08:30 Uhr

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