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Holsteinischer Courier

30. Mai 2016 | 10:43 Uhr

Hilfe auf dem letzten Weg : Hospiz-Initiative startet neuen Vorbereitungskurs

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

90 ehrenamtliche Sterbebegleiter engagieren sich.

Neumünster | Für Wolfgang Eichler und seine Frau Erika waren Trauerfälle in der eigenen Familie der Auslöser, sich in der Hospiz-Initiative zu engagieren. Der 68-Jährige ist einer von 16 Teilnehmern, die sich im aktuellen Kursus darauf vorbereiten, Sterbende begleiten zu lernen.

„Leider sind wir nur drei Männer, es dürften gerne mehr sein. Männer wünschen sich oft einen männlichen Ansprechpartner“, sagt Wolfgang Eichler und betont: „Für mich ist das als Lebenserfahrung ein großer Gewinn.“ Sterbebegleitung – das bedeutet für Erika Koepsell, die Vorsitzende der Hospiz-Initiative, „eine vertrauensvolle Beziehung zu den Sterbenden und ihrer Familie aufzubauen“.

Der Grundgedanke der Hospiz-Idee ist es, Sterbende nicht allein zu lassen. „Manchmal spricht auch das gemeinsame Schweigen ganz laut, und man hält nur die Hand“, sagt Erika Koepsell. Etwa 90 ehrenamtliche Mitarbeiter zählt die Hospiz-Initiative zurzeit. Der 1995 gegründete Verein hat seit zwei Jahren seinen Sitz an der Moltkestraße 8.

„Wir haben 2015 etwa 120 Patienten begleitet“, sagt Erika Koepsell. 2014 waren es noch zirka 170. Die ehrenamtlichen Hospizhelfer betreuen ihre Patienten nicht nur ambulant, sondern unterstützen ehrenamtlich auch die Arbeit auf der Palliativstation im Friedrich-Ebert-Krankenhaus. Auf dem Friedhof werden im Rahmen der „Offenen Kapelle“ auch „Seelenspaziergänge“ über den Friedhof angeboten, im Hospiz-Zentrum an der Moltkestraße das Trauercafé. Hauptamtliche Kräfte wie die Therapeutin Dorothea Körner, die Sozialpädagogin Cornelia Blümer und die Palliativ-Schwestern Gerti Krause und Petra Schönke tragen den ambulanten Hospizdienst und begleiten als Profis die ehrenamtlichen Schüler.

Ein neuer Vorbereitungskursus „Sterbende begleiten lernen“ beginnt im April. Er besteht aus einem Grundkursus mit einem Vertiefungswochenende (etwa 50 Stunden), an den sich ein Praxiskursus über neun Monate anschließt. Ein Informationsabend am Montag, 15. Februar, informiert ab 19 Uhr im Hospiz-Zentrum an der Moltkestraße 8 über die Einzelheiten. Kontakt und Anmeldung unter Tel. 2509110.

Termine in diesem Jahr sind ein Sing-Workshop mit der Palliativstation im Februar. Bei den sogenannten „Unzeit“-Veranstaltungen, ebenfalls mit der Palliativstation, geht es um die Biografie-Arbeit. Das Sommerfest mit der Zertifikat-Übergabe an die fertig ausgebildeten Sterbebegleiter ist für den 17. Juni terminiert.

Bei der Mitgliederversammlung am 27. April steht auch die Neuwahl des Vorstandes an. Hier gab es bereits Veränderungen: Dr. Norbert Spilok trat aus persönlichen Gründen vom Amt des 1. Vorsitzenden zurück, sodass Erika Koepsell als bisherige Stellvertreterin den Vorsitz übernahm. Pastor Rudolf Schlender schied mit seinem Ruhestand aus, Peter Dohm aus gesundheitlichen Gründen. Das Schatzmeisteramt nimmt seither Johannes Kux wahr.

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erstellt am 28.Jan.2016 | 15:00 Uhr

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