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Holsteinischer Courier

30. März 2017 | 12:52 Uhr

Gadeland : Hortkinder: Betreuung am Limit

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

In der Grundschule Gadeland werden die letzten Raumreserven mobilisiert / Beirat verlangt verlässliche Lösung im Sinne der Kinder und Eltern

Neumünster | Neumünster Die Kapazitäten für die Betreuung der Hortkinder sind in Gadeland am Limit. Das wurde am Donnerstagabend auf der Sitzung des Stadtteilbeirats deutlich. Gabriele Bartelheimer, Leiterin des Fachdienstes Schule, Jugend, Kultur und Sport, räumte ein, dass „die letzten räumlichen Reserven in der Schule mobilisiert werden“ – durch den Umbau einer ehemaligen Hausmeisterwohnung. Bereits 2016 gelang es nur durch die Hilfe der Kirchengemeinde, alle Kinder unterzubringen. Jetzt ist der Platz „bis zum letzten Quadratmeter ausgereizt“, so die Fachdienstleiterin. Die Kirchen-Gruppe wird zu den Sommerferien aufgelöst.

 Für 110 Hortkinder gibt es Plätze in der Betreuten Grundschule, in der Schulkinder vor und nach dem Unterricht im Auftrag des Elternvereins  betreut werden. Das ist der größte Hort der Stadt.  Und auf das erste Provisorium der Kirchen-Gruppe kommt mit der  Hausmeisterwohnung die nächste Zwischenlösung. Sie soll bis zu den Sommerferien  fertig umgebaut sein, ist laut Gabriele Bartelheimer 60 bis 70 Quadratmeter groß und bringt Platz für 30 Kinder. Nach  Abgleich aller Anträge ergebe sich ein Bedarf für 33 Kinder inklusive der Kirchenhort-Kinder, so die Fachdienstleiterin.

Doch Astrid Zeidler, Leiterin der Betreuten Grundschule, machte eine andere Rechnung auf: Abzüglich  der Flächen für Toiletten und Garderobe bleibe eine Nutzfläche von 40 bis 45 Quadratmetern und somit Platz für 20 Kinder. Weitere zehn Kinder könnte – außerhalb der Betreuten Grundschule – die Kita nach Zustimmung der Kita-Aufsicht aufnehmen, wie die Leiterin Nina Lohr am Donnerstag signalisierte.

Damit wäre die Situation für 2017 erstmal halbwegs entspannt. Doch  Eltern geht die schon seit Jahren bestehende Unsicherheit an die Nerven. „Wenn beide berufstätig sind, ist das eine große Ungewissheit, jedes Jahr wieder auf einen Platz zu warten“, sagte ein betroffener Vater.  „Es gibt alleinerziehende Mütter, die können ohne Kinderbetreuung nicht weiterarbeiten. Es gibt Eltern, die ihre Kinder entweder an anderen Schulen anmelden  oder sie melden ihre Kinder bei uns bereits für 2020 an“, sagte Astrid Zeidler.

Eine Diskussion entbrannte, ob die drohende Raumnot nicht kurzfristig durch Container oder einen Anbau gelindert werden könnte. Doch die vom Land angebotenen Container seien für den Hort-Betrieb nicht geeignet, und Anbauten würden auch nicht einfach so für Hortkinder genehmigt, erklärte Gabriele Bartelheimer.  Nur wenn aus der Grundschule eine offene Ganztagsschule würde, könne das möglich sein – doch das Thema erfordere erst Diskussion, dann lange Planung und sei in der Schule gerade erst angestoßen worden.

Thorsten Klimm, Vorsitzender des Jugendhilfeausschusses, stellte fest: Hier fehle ein politischer Beschluss, das Problem zu lösen. Alexandra Mallon (SPD)  vom Beirat betonte: „Kinder sind keine Handelsware, sie sind Kinder und müssen professionell betreut werden.“ Eltern müssten eine zuverlässige Planungssicherheit haben. Daher formulierte der Stadtteilbeirat auch einmütig die Forderung an die Stadt, eine mittelfristige und verlässliche Lösung für die Hortkinder-Betreuung zu finden.

Gabriele Vaquette

 

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erstellt am 11.Mär.2017 | 09:00 Uhr

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