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Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 19:24 Uhr

Gefälschte Mitteilung : Horror-Clowns in Neumünster? Facebook-Fake im Namen der Polizei

vom

Bedrohung im Clownskostüm: Eine solche Meldung macht im Netz die Runde. Die Polizei sagt: „Das ist frei erfunden.“

Neumünster | Killer-Clowns verbreiten mit Baseballschlägern, gruseligen Masken und Verfolgungsjagden Angst und Schrecken – in den USA und Großbritannien, in Schweden und Dänemark. Auch in Neumünster? Eine gefälschte Pressemitteilung der Polizei sorgte am Mittwochabend und Donnerstag für Aufregung auf Facebook – und wurde munter in verschiedenen Gruppen geteilt. „Weder gibt es eine amtliche Bekanntmachung der Polizei, noch haben wir einen aktuellen Fall“, sagt Polizeisprecher Sönke Hinrichs auf Anfrage von shz.de. Von Killer-Clowns sei der Polizei nichts bekannt. „Das ist frei erfunden.“

Völlig abwegig ist der Gedanke an Killer-Clowns in SH aber nicht. Bereits 2014 kam der bedrohliche und gefährliche Trend von Frankreich bis nach Schleswig-Holstein. In Flensburg hatten maskierte junge Männer Passanten mit einer Kettensäge erschreckt.

Das ist passiert:

Unter anderem in den geschlossenen Gruppen „Neumünsterbook“ und „Timmaspe - unser Dorf“ wurde der Beitrag geteilt. Der Wortlaut (Rechtschreibfehler im Original):

„+++ Amtliche Bekanntmachung der Polizei Neumünster +++
Am Gestrigen Abend, 18.10 im Zeitraum von 18-23 Uhr, wurden in den Stadtteilen Böcklersiedlung, Stadtmitte, Faldera und Tungendorf mehrere Personen mit Clowns Masken und Kostüm gesehn. Die Polizei bittet solche Fälle direkt unter der Notruf Nummer 110 zu melden. Bitte halten Sie von diesen Personen Abstand und informieren Sie ihre Angehörigen und Freunde über diese Fälle.
Rainer Wetzel
Polizei Neumünster.“

Zwar gibt es bei der Polizei Neumünster einen Pressesprecher mit dem Namen Rainer Wetzel – der hat diese Nachricht aber nicht verfasst. „Es ist kontraproduktiv, auf diese Art und Weise Unruhe in die Öffentlichkeit zu bringen“, sagt sein Kollege Sönke Hinrichs. Solche behinderten die Polizeiarbeit. Die Polizei Neumünster und Rendsburg-Eckernförde hat auch eine eigene Facebook-Seite.

Das sind die Folgen:

Hinrichs prüft nun, ob diese Fake-Polizeimeldungen ein landesweites Phänomen sind. Auch rechtliche Möglichkeiten, gegen diese Falschmeldungen und ihre Urheber vorzugehen, prüft die Polizei.

Inzwischen wurden die Nachrichten in der Gruppe „Neumünsterbook“ wieder gelöscht – Facebook-Nutzer hatten Zweifel geäußert und nachgefragt, woher denn die Informationen stammten. Es gibt dort auch ein Statement einer Administratorin: „Ok, Leute, die Pressemittelung scheint ja wohl ausgemachter Blödsinn zu sein, bis jetzt hat niemand einen Clown in Neumünster gesehen und wenn das passieren sollte, wäre es sinnvoller, die Polizei zu informieren, als hier erstmal zu posten." Außerderm warnt sie vor Selbstjustiz.

In der Gruppe „Du lebst schon lange in Neumünster, wenn…“ wird am Donnerstagvormittag noch diskutiert. Es sind sich aber die meisten einig: Das ist ein Fake.

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erstellt am 20.Okt.2016 | 11:09 Uhr

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