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Holsteinischer Courier

09. Dezember 2016 | 05:04 Uhr

Kurioser Fund : Historische Courier-Ansichten lagen Jahrzehnte unter der Wäsche

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Lenchen (85) und Günter Zett (88) staunen über Drucke alter Postkarten / Fotos erzählen Geschichte

Neumünster | Trocken und knitterfrei lagen die Fotoblätter vermutlich seit über 40 Jahren im Schrank: Lenchen Zett (85) staunte nicht schlecht, als sie ihre Wäsche aufräumte und unter einem Stapel nicht nur einen Courier, sondern auch historische Ansichten von Neumünster entdeckte. „Das weckt Erinnerungen“, sagen sie und ihr Mann Günter Zett (88).

Alle Bilder sind im DIN-A-4-Format und tragen den Fotohinweis „Holsteinischer Courier 1976“. Die meisten Aufnahmen sind undatiert, nur eines hat die Angabe „um 1900“. „Das sind eindeutig Postkarten aus dem Zeitraum zwischen 1900 und 1910, die der Courier wohl für seine Leser druckte“, vermutet Monika Krebs, die die Motive kennt. Eines zeigt eine der rund zehn Brausebuden, die von Joseph Keller betrieben wurden. Der hatte seine Mineralwasserfabrik an der Augustastraße und war bekannt durch seine Waldmeisterbrause. An die Bude auf dem Großflecken erinnert sich Günter Zett. „Die war mitten auf dem Platz, gegenüber der Holstenstraße und dem ,Café Wellblech‘, so nannten wir die Toiletten damals“, sagt der Orthopädiemechaniker-Meister, der bei der Firma Kowalewsky an der Rendsburger Straße 20 arbeitete.

Beim Foto, auf dem ein Pferdegespann zu sehen ist, das Richtung Rathaus rollt, nickt er: „Während des Krieges bin ich da auch lang mit einer Karre voller Prothesen, die waren zwangsweise sehr gefragt.“ Bei den historischen Ansichten lag auch ein Courier vom 19. März 1968 – als Günter Zett den durchblättert bis zu den Todesanzeigen, ist klar, warum er ihn aufbewahrt hat: „Da ist die Todesanzeige meiner Mutter Magdalena abgedruckt.“

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erstellt am 28.Jul.2016 | 15:00 Uhr

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