zur Navigation springen

Holsteinischer Courier

07. Dezember 2016 | 17:23 Uhr

Museum Tuch+Technik : Hinter jeder Schürze steckt eine Geschichte

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Neue Ausstellung im Museum Tuch + Technik kombiniert Persönliches und Historisches

Neumünster | Eine Schürze ist viel mehr als nur ein Stück Stoff. „Jede Schürze hat eine Seele“, sagt Ute Dwinger. Die 74-Jährige aus Schmalfeld ist der Motor hinter der aktuellen Ausstellung im Museum Tuch+Technik „Angebandelt – ein Date mit der Schürze“. Die gestern eröffnete Schürzen-Schau zeigt rund 200 Exemplare dieses vielfältigen Kleidungsstücks, das viel mehr als nur die altbackene „Mutti-Schürze“ ist.

„Das Thema löst bei allen Erinnerungen aus, ob die Oma mit der Kittelschürze oder das Schürze-Tragen in der Schule. Früher und auch heute tragen aber auch Männer eine Schürze – das waren zum Beispiel Schmiede, Gärtner, Kellner, Schreiner, Schuster, Landwirte, Sattler und Schlachter oder im Krankenhaus die vorgeschriebene Röntgenschürze“, zählt Museumspädagogin Karin Ruhmöller die vielfältigen Einsatzmöglichkeiten der Schürze auf, die früher vor allem die „gute“ Kleidung vor Schmutz und Zerstörung schützte, als es noch keine Waschmaschinen gab. Es gab aber auch eine Tändelschürze – zum Anbandeln im wahrsten Sinne des Wortes.

Die Ausstellung setzt sich aus zwei Teilen zusammen: Zum Einen haben Studenten der Uni Regensburg eine Kulturgeschichte der Schürze zusammengestellt, die im Stadtmuseum Deggendorf erstmals gezeigt wurde. Zu sehen sind verschiedene Schürzenformen, Historisches, aktuelle Trends, ein Stammbaum und Schürzensprüche („am Schürzenzipfel hängen“, „wer jeder Schürze nachläuft, bringt keine unter die Haube“). Zum Anderen erzählen Schürzen persönliche Geschichten: Ute Dwinger wurden als langjähriger Landfrauen-Vorsitzenden seit Jahren Schürzen zugetragen. Für die Ausstellung im Tuch+Technik liehen 29 Personen aus der Region dem Museum ihre Stücke mit ergreifenden und lustigen Geschichten dahinter: Eine Elfjährige verspricht ihrer Mutter auf dem Totenbett, ihre Schürze zu Ende zu sticken; eine junge Ukrainerin rettet ihr Exemplar auf der Flucht im Zweiten Weltkrieg; eine beschürzte Kellnerin findet abends beim Kehraus nach einer Feier ein Gebiss.

 

Die Ausstellung ist bis zum 5. Februar zu sehen (Führungen am 20.11., 18.12., 15.1., 12 Uhr, Eintritt plus 2,50 Euro). Zum Rahmenprogramm gehören der Tag der offenen Tür (30.10., 13-17 Uhr, mit Vortrag von Ute Dwinger im Theater), ein Erzählfrühstück (24.11., 10 bis 12 Uhr), ein Vorlesenachmittag für Kinder (30.11., 15 Uhr) und „Museum zum Kaffee (12.1., 15 Uhr). Für Gruppen und Schulklassen gibt es spezielle museumspädagogische Angebote.

 

Karte
zur Startseite

von
erstellt am 28.Okt.2016 | 08:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen