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Holsteinischer Courier

11. Dezember 2016 | 13:03 Uhr

Nordbau : Handwerker wollen Europameister werden

vom
Aus der Redaktion des Holsteinischen Couriers

Nationalteam des Deutschen Baugewerbes trainiert auf der Nordbau für die Titelkämpfe in Göteborg und Basel. Baugewerbeverband ist stolz auf diese Premiere

Neumünster | Deutschlands Fliesenleger, Maurer, Stuckateure und Zimmerer haben ein großes Ziel: Sie wollen Europameister werden. Und dafür trainieren sie bis zu sechs Stunden täglich unter Wettkampfbedingungen auf der Nordbau in Halle 8.

Das Nationalteam besteht aus Fliesenlegermeister Tim Welberg (21) aus Ahaus, seinem Ersatzmann Raphael Rossol (20) aus Gnarrenburg/Niedersachsen, Maurer Jannes Wulfes (20) aus Harsum/Niedersachsen und Lokalmatador Marco Bauschke (22) aus Drelsdorf/Nordfriesland als Ersatzteilnehmer. Bei den Stuckateuren trägt Meister David Reingen 823) aus Düsseldorf das Nationaltrikot, Ersatz ist hier Niklas Grobert (21) aus Bad Säckingen/Baden Württemberg. Für sie wird es vom 1. bis 3. Dezember ernst, wenn im schwedischen Göteborg die 5. Berufe-Europameisterschaft Euro-Skills steigt.

Schon eher müssen die Zimmerer Florian Kaiser (23) aus Kirchhundem/NRW und Kevin Hofacker (21) aus Steinau in Hessen ran. Marcel Renz aus Pfullingen ist der Dritte im Bunde, aber zurzeit erkrankt. Ihre Europameisterschaft findet als Team- und Einzelwettbewerb bereits vom 11. bis 15. Oktober in Basel statt.

„Bei den Stuckateuren, Maurern und Fliesenlegern ist die EM ein Einzelwettbewerb“, erläuterte Josef Gruber. Der Stuckateurmeister aus Mittelfranken gehört schon länger zum Trainerteam der Nationalmannschaft und wird in Göteborg auch einer der Wettkampfrichter sein.

Die Stuckateure müssen eine Raumzelle mit verschiedenen Ausschnitten und Wanddurchdringungen sowie Stuckprofilen schaffen. Eine von vier Wänden muss als Kür-Element frei gestaltet werden. Diesen Plan für Göteborg gibt es – in groben Zügen – schon jetzt im Internet. Gruber hatte die Erklärung: „Es gibt Länder, die trainieren ihre Teilnehmer nur auf diesen Wettkampf hin. In Deutschland haben wir die duale Ausbildung, um die uns die ganze Welt beneidet.“

Die Maurer haben sich als Trainingsaufgabe die Traufseite eines nachempfundenen Kirchgebäudes mit Spitzbögen gewählt. „Schräg und rund ist immer schwer, in der Kombination ist das dann schon die hohe Schule des Mauerns“, sagte Co-Bundestrainer Sebastian Wichern aus Deinstedt/Niedersachsen. Mauermeister Marco Bauschke aus dem nordfriesischen Drelsdorf hat durch seine Teilnahme an der Weltmeisterschaft 2015 im brasilianischen Sao Paulo schon Wettkampferfahrung, ist aber nicht traurig, jetzt „nur“ Ersatzmann zu sein. „Das ist zwar ein Einzelwettkampf, aber wir hier sind ein einziges großes Team“, sagte er.

Das Training vor Publikum auf der Messe ist eine gute Schulung für die Europameisterschaft. „Bei der WM gab es mehr als 200  000 Zuschauer, bei der letzten EM 2014 in Lille waren es 90  000, in Göteborg werden es auch Tausende sein“, sagte Fliesenleger-Trainer Günther Kropf. Bei internationalen Berufswettkämpfen ist der Fliesenlegermeister aus dem bayerischen Burghaslach ein „alter Hase“ mit einer beeindruckenden Erfolgsbilanz. Seine Schützlinge holten seit 1999 vier Mal Gold bei Welt- und drei Mal Gold bei Europameisterschaften.

Das Selbstbewusstsein der Teilnehmer ist groß. Nicht zu Unrecht: Das Nationalteam ist ausgesprochen erfolgreich, die Zimmerer halten derzeit den Weltmeister-Titel, die Stuckateure sind 2015 in Brasilien Vize-Weltmeister geworden. „Ich habe gute Trainer, bin gut vorbereitet und rechne mir schon Chancen aus“, sagte etwa Stuckateur David Reingen.

„Das hier ist eine Premiere für die Nordbau, auf die wir sehr stolz sind“, sagte Georg Schareck, der Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Schleswig-Holstein. „Wir gehen mit der Zeit. Bei uns heißt es nicht mehr Leistungswettbewerb, sondern Landesmeisterschaft“, so Schareck. Sie findet am 23. September in Niebüll statt. Schleswig-Holstein ist vom 11. bis 14. November in Mölln auch Ausrichter des Bundesentscheids.

„Seit langem schauen wir – wie im Sport – unsere Nationalteams aus. Wir haben Trainer, Sponsoren und das gleiche Ziel – den Titel“, sagte Swantje Küttner vom Zentralverband Deutsches Baugewerbe in Berlin. „Das Training hier auf der Nordbau ist auch eine Werbung für die Bauberufe. Die Nationalmannschaft ist dabei ein ganz wichtiger Sympathieträger“, so Swantje Küttner.

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erstellt am 10.Sep.2016 | 07:45 Uhr

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